Von Joachim Sprothen, 18.12.09, 17:00h
Wer sich vor wenigen Tagen aus Richtung Berg über die Kreisstraße 20 dem 917-Seelen-Dorf näherte, staunte nicht schlecht. „Bürrvenich“ stand auf dem Ortsschild. Recherchen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ ergaben allerdings, dass Bürvenich nicht etwa umgetauft worden ist. Für die eigenwillige Schreibweise zeichneten auch keine keltischen Römer oder römischen Kelten verantwortlich, sondern die Abteilung 66 der Kreisverwaltung Euskirchen, die für Tiefbau und Abfallbeseitigung zuständig ist. Also auch für die Beseitigung ramponierter Ortsschilder auf Kreisstraßen und die feste Verankerung neuer Exemplare. Ruth Bell-Pesch von der Pressestelle machte sich bei der Abteilung 66 sachkundig und erläuterte die Panne: In der Kürze der Zeit sei nicht recherchierbar gewesen, ob sich der Fehlerteufel im Kreishaus oder aber bei der Schilderfirma eingeschlichen hatte. Sie gehe davon aus, dass der Lieferant das Ortsschild zurücknehme und ersetze. Zwischenzeitlich hätten Kreismitarbeiter auch wieder das alte und verwitterte, dafür aber korrekte Ortsschild am Dorfeingang platziert. Erst die künftigen Ermittlungen werden zutage fördern, wer die Panne mit dem doppelten „r“ verbockt hat. Nach einer Internet-Recherche drängt sich allerdings ein Verdacht auf.
Das falsch beschriftete Schild wurde von einer Firma aus Baden-Württemberg geliefert. Tippt man nun bei „Google“ das Wort „Bürrvenich“ ein, ist kein einziger Treffer zu verzeichnen. Schwaben und Schwarzwälder dagegen sind in Sachen Rechtschreibung anscheinend nicht so pingelig: Die Suche nach „Baden-Würrtemberg“ führte in der Internet-Suchmaschine zu 31 700 Erfolgsmeldungen, die von „Baden-Würrttemberg“ immerhin noch zu 9150. Im Südwesten der Bundesrepublik scheint es auf ein „r“ oder „t“ mehr oder weniger also nicht so genau anzukommen.
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