Von Thomas Kröter, 21.12.09, 22:26h, aktualisiert 17.01.10, 20:36h
Zu kurz gegriffen deshalb, der SPD schlicht Populismus zu unterstellen, wenn sie von der Regierungslast befreit, nicht jede Einsatzausweitung abnickt. Es ist auch kein grüner Fundi, sondern FDP-Chef Guido Westerwelle, der als Außenminister vorerst nichts von mehr deutschen Soldaten in Afghanistan wissen will.
Schließlich der Untersuchungsausschuss: Da geht es vordergründig um das Schicksal eines begabten Ministers. Viel wichtiger aber geht es um die ernüchternde Erkenntnis, dass Deutschland nicht nur friedlichen Aufbau gutmilitärisch bewacht, sondern einen Krieg führt, der wie jeder andere seine schmutzigen Seiten hat.
Darüber lohnt es in der Tat zu streiten. Was tun „wir“ in Afghanistan? Terroristen das Handwerk legen? Menschenrechte, Demokratie durchsetzen? Oder aus dem Kreis der grässlichen Alternativen mit jenen einen Deal versuchen, die etwas weniger grässlich sind als der Rest? Denn nichts anderes bedeutet die Suche nach dem „guten“ oder „vernünftigen“ Taliban.
Womöglich müssen sich Politik und Öffentlichkeit mit einer weiteren Desillusionierung vertraut machen: Gerade, wer sobald wie möglich raus will, muss erst einmal massiver militärisch rein gehen. Deutsche Soldaten müssen Krieg führen - nicht wie ihre Väter, aber wie amerikanische, britische, französische Freunde. Dass die Staatsbürger daheim sich darüber ernsthaft auseinander setzen, sind sie denen am Hindukusch schuldig wie auch ihrem demokratischen Gemeinwesen.
Schon vergessen?
23.12.2009 | 10.15 Uhr | post_1551
Es waren Grüne und SPD, die den Auftrag der deutschen Soldaten zu Beginn des Jahres 2009 - von der Öffentlichkeit nahezu unbemerkt - ausgeweitet…
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