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Bahn-Probleme

ICE nicht winterfest

Von Peter Berger, 23.12.09, 21:27h

Zwischen Berlin und München fällt über Weihnachten jeder zweite ICE aus. Laut der Bahn habe das strenge Winterwetter der Zugelektronik zu schaffen gemacht; hinzu kommen häufigere Inspektionen der Achsen bei den 67 ICE-T-Zügen.

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Ein Anblick, der in den kommenden Tagen seltener wird: Ein ICE im Leipziger Hauptbahnhof. (Bild: dpa)
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Ein Anblick, der in den kommenden Tagen seltener wird: Ein ICE im Leipziger Hauptbahnhof. (Bild: dpa)
KÖLN - Ausgerechnet an den wichtigsten Reisetagen des Jahres kann die Deutsche Bahn nicht auf alle Züge ihrer ICE-Flotte zurückgreifen. Auf der Strecke zwischen Berlin, Leipzig, Nürnberg und München wird bis zum kommenden Sonntag jeder zweite Zug ausfallen, die Bahn hat den Stundentakt aufgegeben und fährt mit den Zügen vom Typ ICE-T nur noch alle zwei Stunden. Zur Begründung hieß es, die Züge müssten wegen des Winterwetters besonders intensiv gewartet werden.

Der Bahnsprecher für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen sprach im Mitteldeutschen Rundfunk von grundsätzlichen Problemen mit den ICE-T. Die Wasser- und Abwasserleitungen der Züge seien für Minustemperaturen von 15 bis 20 Grad nicht ausgelegt, der Pulverschnee sei durch die Lüftungsgitter „geflutscht“ und habe die elektrischen Bauteile in Mitleidenschaft gezogen. Ein Bahnsprecher in Berlin relativierte diese Aussage. Bei den 67 Zügen der ICE-T-Reihe komme es vor allem deshalb zu Ausfällen, weil deren Achsen nach den neuen Vorgaben des Eisenbahnbundesamts zehnmal häufiger kontrolliert werden müssen: „Wenn es dann noch zu zusätzlichen Störungen durch das Winterwetter kommt, lässt sich das nicht mehr ausgleichen, weil wir zu wenige Reserven haben.“ Deshalb habe die Bahn entschieden, vorübergehend den Zwei-Stunden-Takt einzuführen. „Das ist für unsere Kunden natürlich ein Ärgernis, aber so können sie sich wenigstens vorab informieren, ob ihr Zug fährt.“ Ersatzzüge könne man nicht zur Verfügung stellen, weil „zurzeit alles fährt was fahren kann“. Man arbeite in allen sechs ICE-Servicewerken mit Hochdruck daran, die Störungen zu beseitigen: „Ab Montag werden wir auch zwischen Berlin und München wieder den Stundentakt anbieten können.“

Zugausfälle auf NRW-Strecken

Zu vereinzelten Zugausfällen kam es am Freitag auch in Nordrhein-Westfalen. Auf der Strecke Frankfurt-Köln-Amsterdam fiel ein Zugpaar komplett aus, auf der Strecke von Köln nach Berlin mussten gleich zwei ICE wegen defekter Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen werden. „Das haben wir aber zum Teil ausgleichen können und Ersatzzüge bis Hamm eingesetzt. Dort haben Reisende aus Köln dann Anschluss nach Berlin“, so ein Sprecher der Bahn in NRW. Die Verspätungen im Fernverkehr am vergangenen Wochenende auf der Strecke Köln-Frankfurt sind nach Angaben der Bahn nicht auf Probleme mit den ICE 3 zurückzuführen. Dabei habe es sich um witterungsbedingte Ausfälle an den Weichen und vereiste Oberleitungen gehandelt. (mit dpa)



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