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Köln/Bonn

Regionale Unternehmen gewinnen

Von Willi Feldgen, 30.12.09, 23:03h

Was ihren Börsenkurs betrifft, konnten Unternehmen aus der Kölner und Bonner Region im Jahr 2009 punkten. Zu den großen Gewinnern gehört - angesichts der Branchenkrise eher überraschend - auch ein Unternehmen der Spezialchemie: Lanxess aus Leverkusen

Lanxess
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Lanxess-Chef Axel Heitmann präsentierte auf der Hauptversammlung aktuelle Zahlen des Unternehmens. (Archivbild: dpa)
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Lanxess-Chef Axel Heitmann präsentierte auf der Hauptversammlung aktuelle Zahlen des Unternehmens. (Archivbild: dpa)
KÖLN - Für die meisten Aktiengesellschaften aus der Region Köln / Bonn verlief das Jahr 2009 erfreulich - zumindest mit Blick auf ihren Börsenkurs. Nach zwei Jahren mit starken Kursrückgängen gab es 2009 für viele eine deutliche Erholung. Im Vorjahr hatten von 33 Unternehmen auf der Liste lediglich drei einen Kursgewinn verbuchen können. In diesem Jahr verbuchten 19 von 30 Unternehmen Kursgewinne, ein Wert stagnierte und zehn verzeichneten Kursverluste.

Girindus liegt an der Spitze

Ende 2009 sieht die Welt für die Aktienbesitzer also trotz der Finanz- und Wirtschaftskrise wieder viel freundlicher aus. Zwar konnten die Unternehmen ihre Vorjahresverluste noch nicht ausgleichen, aber sie machten in erheblichem Umfang Boden gut. An der Spitze liegt mit einer Wertsteigerung von 174 Prozent auf 2,50 Euro das Technologie-Unternehmen Girindus aus Bergisch Gladbach, das Wirkstoffe für die Pharma- und Kosmetik-Industrie entwickelt. Zu den großen Gewinnern gehört - angesichts der Branchenkrise eher überraschend - auch ein Unternehmen der Spezialchemie: Lanxess aus Leverkusen, mit einer Marktkapitalisierung (Anzahl der Aktien mal Börsenkurs) von über zwei Milliarden Euro die sechstgrößte Aktiengesellschaft der Region, konnte den Kurs im laufenden Jahr auf 26,62 Euro fast verdoppeln.

Die größten Gewinner unter den anderen Schwergewichten sind Postbank, Bayer und Post (siehe Rangliste). Solarworld lagen im Mai bereits 50 Prozent höher als am Jahresanfang. Von diesem Punkt nahe der Sonne ging es dann aber peu à peu wieder abwärts - zum Jahresschluss blieb ein Plus von knapp drei Prozent. Bei der Lufthansa gab es die entgegengesetzte Kursentwicklung. Hier war der Aktienpreis im Frühjahr beziehungsweise im Sommer um 30 Prozent eingebrochen, konnte sich im weiteren Jahresverlauf dann aber wieder deutlich erholen.

Die Deutz -Aktie, die 2008 zwei Drittel ihres Wertes eingebüßt hatte, machte ebenfalls Boden gut. Obwohl der Kölner Motorenbauer weiter in erheblichem Umfang kurz arbeitet und für das laufende Jahr einen Verlust angekündigt hat, stieg der Börsenkurs um 37 Prozent - offenbar rechnen die Anleger damit, dass es mit dem Anspringen der Konjunktur auch für die Deutz AG nur aufwärts gehen kann.

Zu den größten Verlierern in der Region gehören - ähnlich wie im Vorjahr - die Immobiliengesellschaften: Dazu zählen etwa DR Real Estate (früher Dolerit Basalt, später Deutsche Reit) und Hahn Immobilien-Beteiligungs AG sowie Vivacon und CBB. Die beiden letztgenannten veröffentlichen schon seit längerer Zeit keine Geschäftsberichte oder Quartalsergebnisse mehr und laden ihre Aktionäre nicht mal mehr zur Hauptversammlung. Die klamme Vivacon hat sich erst vor einigen Wochen von Randgeschäften getrennt und ein Immobilienportfolio mit rund 750 Wohn- und Geschäftseinheiten verkauft, um ihre Bankverbindlichkeiten zu reduzieren.

Mit Abstand am billigsten ist in der Region mit 0,03 Euro die Aktie des ehemaligen Immobilienunternehmens CBB - der Kurs des Zockerpapiers schwankte im Jahresverlauf zwischen einem und 33 Cent.

Abschied von Dom

Stark gefallen ist auch der Kurs der Wige Media AG - insbesondere nach einer Mitteilung von Anfang Dezember, dass das Grundkapital der Gesellschaft (sechs Millionen Euro) zu über der Hälfte aufgezehrt sei.

Verabschieden müssen sich Hauptversammlungsbesucher demnächst von einem weiteren Traditionsunternehmen in Köln: Die Kleinaktionäre der Dom-Brauerei sollen mit 1,20 Euro je Aktie (bei einem aktuellen Kurs von 4,44 Euro) abgefunden und aus dem Unternehmen gedrängt werden. Entschieden wird darüber auf einer Hauptversammlung am 2. Februar.



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