Von Günther M. Wiedemann, 30.12.09, 21:44h
Oliver Burkhardt, Chef der NRW-Metaller, appelliert an die Arbeitgeber: „Entlasst die Ausgelernten nicht in die Arbeitslosigkeit. Sonst macht ihr den letzten Tag der Krise zum ersten Tag des Fachkräftemangels.“ Das Thema Übernahme spielt derzeit eine zentrale Rolle in den Gesprächen zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern. In allen Regionen loten beide Seiten außerhalb der üblichen Tarifrunden derzeit aus, welche Möglichkeiten es gibt, Beschäftigung zu sichern. Offiziell gibt es zwar in der Metallindustrie die Vorschrift, dass Ausgebildete für zwölf Monate zu übernehmen sind. Der Tarifvertrag hat aber auch Ausnahme-Regeln. Eine lautet: Die Beschäftigungssituation lässt eine Übernahme nicht zu. Eine Klausel, die 2010 die Mehrzahl der Firmen nutzen will.
Die IG Metall bietet den Arbeitgebern an, Jung-Gesellen abweichend vom Tarifvertrag mit deutlich reduzierter Arbeitszeit und gekürzten Bezügen einzustellen. So hat es Burkhard bereits mit der Stahlindustrie 2008 vereinbart. Selbst Übernahme in Kurzarbeit kann sich die Gewerkschaft vorstellen. Bei keinem anderen Punkt zum Thema Beschäftigungssicherung sind die Arbeitgeber so gesprächsbereit wie beim Thema Übernahme, heißt es in der IG Metall. Immer mehr Unternehmen scheinen zu erkennen, wie wichtig angesichts der demographischen Veränderungen die Nachwuchs-Sicherung ist.
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