Schriftgröße

Arbeitsmarkt

Lehrlingen fehlt die Perspektive

Von Günther M. Wiedemann, 30.12.09, 21:44h

Verlierer der Krise auf dem Arbeitsmarkt sind vornehmlich Lehrlinge. Nur ein Viertel der 10.000 Azubis, die bald ihre Ausbildung beenden, kann übernommen werden. Vor allem Metall-Betriebe sind betroffen. Gewerkschafter und Arbeitgeber loten nun Übernahmemöglichkeiten aus.

Azubis
Bild vergrößern
Ein Meister unterweist im Qualifizierungszentrum von VW Kassel in Baunatal Azubis metallverarbeitender Berufe im Schweißen. (Archivbild: dpa)
Azubis
Bild verkleinern
Ein Meister unterweist im Qualifizierungszentrum von VW Kassel in Baunatal Azubis metallverarbeitender Berufe im Schweißen. (Archivbild: dpa)
DÜSSELDORF. Mehrere zehntausend Lehrlinge drohen die großen Verlierer der Krise zu werden. Das befürchtet die IG Metall. Allein in NRW beenden bald fast 10.000 Azubis der Metallindustrie ihre Lehre. Sie blicken in eine ungewisse Zukunft. Nur 2.500 können damit rechnen, dass sie ihr Betrieb übernimmt, sagte Wolfgang Nettelstroth, Sprecher der IG-Metall-NRW dem „Kölner Stadt-Anzeiger“. Auf eine Einstellung in einem anderen Unternehmen kann kaum jemand hoffen, steht doch in der Metallbranche fast jeder fünfte Arbeitsplatz auf der Kippe. In anderen Regionen ist die Situation ähnlich mies.

Fachkräftemangel

Oliver Burkhardt, Chef der NRW-Metaller, appelliert an die Arbeitgeber: „Entlasst die Ausgelernten nicht in die Arbeitslosigkeit. Sonst macht ihr den letzten Tag der Krise zum ersten Tag des Fachkräftemangels.“ Das Thema Übernahme spielt derzeit eine zentrale Rolle in den Gesprächen zwischen Gewerkschaft und Arbeitgebern. In allen Regionen loten beide Seiten außerhalb der üblichen Tarifrunden derzeit aus, welche Möglichkeiten es gibt, Beschäftigung zu sichern. Offiziell gibt es zwar in der Metallindustrie die Vorschrift, dass Ausgebildete für zwölf Monate zu übernehmen sind. Der Tarifvertrag hat aber auch Ausnahme-Regeln. Eine lautet: Die Beschäftigungssituation lässt eine Übernahme nicht zu. Eine Klausel, die 2010 die Mehrzahl der Firmen nutzen will.

Die IG Metall bietet den Arbeitgebern an, Jung-Gesellen abweichend vom Tarifvertrag mit deutlich reduzierter Arbeitszeit und gekürzten Bezügen einzustellen. So hat es Burkhard bereits mit der Stahlindustrie 2008 vereinbart. Selbst Übernahme in Kurzarbeit kann sich die Gewerkschaft vorstellen. Bei keinem anderen Punkt zum Thema Beschäftigungssicherung sind die Arbeitgeber so gesprächsbereit wie beim Thema Übernahme, heißt es in der IG Metall. Immer mehr Unternehmen scheinen zu erkennen, wie wichtig angesichts der demographischen Veränderungen die Nachwuchs-Sicherung ist.



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige


Newsticker


Umfrage

Wollen Sie Facebook-Aktien kaufen?
Acht Jahre nach der Gründung wagt Facebook den Gang an die Börse. Bei der Emission der Aktien will das Unternehmen rund vier Milliarden Euro erlösen. Haben Sie vor, in das soziale Netzwerk zu investieren?

Hintergrund


Kölner Stadt-Anzeiger auf dem iPad


Brutto / Netto Rechner

Optimieren Sie Ihr Gehalt:
Bruttogehalt (Euro mtl.) Steuerklasse

Extra


Service


Tipps


Bildergalerien


Neue Videos – Politik/Nachrichten


Börse - Unternehmen der Region

Aktienkurse regionaler Unternehmen

BAYER 54,17 -1,90%
DEUTZ 5,30 -3,39%
DT. POST 12,95 -0,99%
DT. TELEKOM 8,91 -0,11%
INDUS 21,55 -2,93%
IVG IMMO. 1,91 -4,70%
LANXESS 53,95 -2,79%
LUFTHANSA 10,70 -3,60%
QSC 2,50 -1,96%
SOLARWORLD 4,27 -2,58%

Börsenticker

Aktien Tops & Flops

FMC 54,67 +1,02%
MERCK 81,48 +0,72%
INFINEON 7,49 +0,44%
COMMERZBANK 2,01 -7,62%
DT. BANK 33,55 -4,28%
THYSSENKRUPP 21,98 -4,27%

Glossar



Top-Links (Anzeige)


Hintergrund


Extra


Dienste