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Grimmepreis 2010

Vorschlag zur Güte

Von Harald Keller, 04.01.10, 22:03h

Noch bis 15. Januar können Zuschauer herausragende TV-Produktionen für den Adolf-Grimme-Preis vorschlagen. Vergeben wird die Auszeichnung in den Kategorien Fiktion, Information & Kultur, Unterhaltung sowie Spezial.

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Ein Stück Subkultur: "Wholetrain" (ZDF) erhielt 2009 den Grimme-Preis in der Kategorie Fiktion. (Bild: AV)
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Ein Stück Subkultur: "Wholetrain" (ZDF) erhielt 2009 den Grimme-Preis in der Kategorie Fiktion. (Bild: AV)
Wer gerne über das Fernsehprogramm schimpft, hat noch einige Tage lang Gelegenheit, sich in Sachen Qualität zu engagieren. Bis zum 15. Januar nämlich läuft die Vorschlagsfrist für den Adolf-Grimme-Preis. Bei der in Marl vergebenen Auszeichnung, die als die renommierteste ihrer Art gilt, haben anders als anderswo alle Zuschauer ein Vorschlagsrecht.

Produktionen, die durch ihre besondere Güte aufgefallen sind, können per Post, Fax oder Email übermittelt und so in den Wettbewerb eingebracht werden. Der teilt sich in die Sparten Fiktion, Information & Kultur und Unterhaltung. In der Kategorie Spezial finden herausragende Einzelleistungen wie beispielsweise ein innovatives Reihenkonzept, die exzellente Kameraführung oder eine herausragende Tonmischung Berücksichtigung. Das sind die oft zitierten Vorschläge. Die noch kein Qualitätsurteil bedeuten. Alle vorgeschlagenen Sendungen werden übers Jahr von den jeweils zuständigen Nominierungskommissionen gesichtet und gesiebt. Am Ende dieses nicht einfachen Prozesses stehen die Nominierungen. Wer eine solche erhält, darf sich, wenn er meint, das tun zu müssen, schon mal ein wenig brüsten. Aber bitte leise.

Nach Ermittlung der Nominierungen treten gesonderte Gremien zusammen, die Jurys, die aus diesen Kandidaten die Preisträger küren. Nach eingehender Sichtung und langen Diskussionen, im Idealfall unter Ausblendung des persönlichen Geschmacks, dafür unter ständiger Befragung des eigenen Gewissens. Letzteres klappt nicht immer, sonst hätte die Arte-Reihe „Tracks“ längst einen Grimme Preis abbekommen, aber in der Summe funktioniert das Verfahren doch recht gut. Besser jedenfalls als andere Preis-Ausschreiben, wo man schon allein für die Mühsal der Anreise eine Trophäe gereicht bekommt. Der entscheidende Unterschied: Nicht das Grimme Institut vergibt die Preise, die Jurys tun es. Das Institut fungiert als Ausrichter und überlässt die Entscheidungsfindung den einberufenen Gremien, die unter anderem mit Fachjournalisten, Medienwissenschaftlern und Volkshochschulvertretern besetzt sind.

Ganz wichtig: Die Statuten verlangen „fernsehspezifische“, ergo audiovisuelle Qualitäten sowie Produktionen mit Vorbildcharakter für die Fernsehpraxis; sie sind demnach auf die Zukunft gerichtet. Mit anderen Worten: einfach nur abgefilmtes Theater oder Kabarett passt hier nicht so gut her.



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