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Airport Köln/Bonn

Übung für Atom-Anschlag am Flughafen

Von Andreas Damm und Detlef Schmalenberg, 04.01.10, 19:25h

Der Flughafen startet Ende Januar die größte Katastrophenübung, die es am Kölner Airport jemals gegeben hat. 36 Stunden lang proben bis zu 1500 Einsatzkräfte den Notfall.

Flughafen Köln/Bonn
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Flughafen Köln/Bonn (Bild: KSTA)
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Flughafen Köln/Bonn (Bild: KSTA)
Porz - Alarm auf dem Rollfeld, Terroristen haben eine Bombe in ein Flugzeug geschmuggelt und gezündet. Schlimmer könnte es kaum kommen: Der konventionelle Sprengsatz ist „schmutzig“, er hat bei seiner Explosion radioaktives Material freigesetzt. Als die Passagier-Maschine in Flammen aufgeht, steht sie auf einer kleineren Landebahn des Kölner Flughafens. In unmittelbarer Nähe der Frachthallen, knapp zwei Kilometer entfernt von dem mit tausenden Reisenden bevölkerten Hauptgebäude kämpfen Feuerwehrleute in Schutzanzügen gegen die Flammen.

Nach Informationen des Kölner Stadt-Anzeigers beginnt am 27. Januar die größte Katastrophenübung, die es am Kölner Airport jemals gegeben hat. Zwischen 1000 und 1500 Einsatzkräfte der Polizei, Bundespolizei, Bundeswehr, Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks sowie medizinischer Hilfsorganisationen versuchen, die Folgen der Explosion einer „dirty bomb“ in den Griff zu bekommen. Etwa 100 Entscheidungsträger und Experten von Bund, Land und Sicherheitsbehörden werden vor Ort verfolgen, wie die Rettungsmaßnahmen ablaufen.

„Die Übung ist auf 36 Stunden angesetzt“, bestätigte Jörg Rademacher vom nordrhein-westfälischen Innenministerium. Zu Einzelheiten der Aktion wollte er sich indes nicht äußern, „weil dadurch das Übungsziel gefährdet werden könnte“.

Geplant wurde der Einsatz vom „Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe“, die Vorgaben des Szenarios stammen vom Bundesinnenministerium. Mit der Aktion, die die den Namen „LÜKEX 2010“ trägt („Länderübergreifende Krisenmanagement-Übung / Exercise“), soll die Wirksamkeit der behördlichen Strategien im Katastrophenfall erprobt werden. Es ist bundesweit die vierte Übung dieser Art.

Im Jahr 2004 lautete das Szenario „flächendeckender Stromausfall und gleichzeitiger Terroranschlag“, 2005 ging es um Attentate während der Fußballweltmeisterschaft und 2007 um eine effektive Seuchenbekämpfung. Die Aktionen wurden in direkter Folge an die WINTEX-Übungen der Nato konzipiert, in denen bis zum Jahr 1998 die zivile Verteidigung im Rahmen des Ost-West-Konfliktes trainiert wurde.

Ende Januar soll es in Köln, ganz in der Nähe des Flughafens, womöglich noch einen zweiten Probeanschlag geben. Aber nicht nur im Stadtteil Wahn wird Testalarm ausgerufen. Deutschland wird von einer Serie von Attentaten erfasst. Allein in Nordrhein-Westfalen gibt es drei weitere Schauplätze für das Anti-Terror-Training. Wie zu erfahren war, sollen in Gummersbach, Dormagen und Lemgo Chemie-Anschläge während eines Handballspiels simuliert werden. Dabei würden jeweils etwa 40 Menschen mit Giftstoffen verseucht .

Zeitgleich werden in Baden-Württemberg, Bayern und Berlin Terror-Akte inszeniert. Bei der Bewältigung der Krise soll auch die Fahndung nach möglichen Attentätern durch die Polizei und die Geheimdienste simuliert werden. Die Passagiere am Kölner Flughafen sowie die sonstige Öffentlichkeiten sollen beizeiten über den Probealarm informiert werden. Der Flugbetrieb, hieß es, werde durch die Übung nicht beeinträchtigt.



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