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Alfred Neven Dumont

Hilfe für das Kulturgut Zeitung

Erstellt 11.12.09, 15:10h

Das drohende Sterben der Zeitungen ist nicht nur ein kultureller Verlust, sondern auch eine Gefahr für die Demokratie. Mit dieser Warnung hat Verleger Alfred Neven DuMont die Politik aufgefordert, den Zeitungen zu helfen.

Alfred Neven DuMont
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KÖLN - Der Verleger Alfred Neven DuMont hat von der Politik Hilfe für das bedrohte "Kulturgut Zeitung" gefordert. Die Auflageneinbrüche und die Anzeigenkrise seien so dramatisch, dass die Zeitungen in ihrer Existenz gefährdet seien, schrieb er in einem Beitrag für die Samstagausgaben der Abonnementszeitungen der Kölner Mediengruppe M. DuMont Schauberg (MDS). Wenn nicht gegengesteuert werde, könne es "in 15 oder 20 Jahren keine Tageszeitung mehr in der westlichen Welt" geben.

Das Anzeigenaufkommen der Zeitungen ist in der Wirtschaftskrise stark zurückgegangen. Zum Teil hat sich das Anzeigengeschäft aber auch dauerhaft ins Internet verlagert, wo die Preise viel niedriger sind. Dazu sinkt die Zahl der Zeitungsabonnenten, vor allem weil sich junge Leute lieber kostenlos im Internet informieren.

Hinweis auf Frankreich

Neven DuMont wies darauf hin, dass die Politik in anderen Ländern schon reagiert habe. So habe das "Zeitungsland" Großbritannien auf die Mehrwertsteuer verzichtet. Frankreich finanziere für mehrere 100 Millionen Euro Frei-Abonnements, speziell für junge Leute.

In Deutschland dagegen sei "abgesehen von Sonntagsreden" bisher nichts geschehen. Nach dem Vorbild anderer europäischer Nationen sei "zu fordern, dass die deutsche Politik nicht länger abseits steht und zielstrebig ein eigenes Programm auflegt".

Neven DuMont ist Aufsichtsratsvorsitzender der Gruppe MDS. Sie verlegt unter anderem die "Frankfurter Rundschau", die "Berliner Zeitung", den "Kölner Stadt-Anzeiger" und die "Mitteldeutsche Zeitung" (Halle).

Krasse Engpässe

Der 82-Jährige meinte, dass manchen Politikern die Aussicht auf zeitungslose Zeiten sogar gefallen könnte: "Zugegeben, es würde eine große Stille über die politische Debatte in Deutschland eintreten. Was für die politische Elite einen weitgehenden Freibrief in ihren Aktionen bedeuten würde." Nachdem die Landespolitiker die öffentlich-rechtlichen Sender bereits in "schamloser" Weise gebändigt hätten, sei "bis auf gelegentliche Ausrutscher der Wochenzeitungen nur noch von den Tageszeitungen eine ernsthafte kritische Haltung zu befürchten".

Scharf attackierte er auch das Bundeskartellamt, das eine stärkere Kooperation der Verlage unterbinde: "Die krassen Engpässe, denen die Presse seit Jahr und Tag ausgesetzt ist, interessieren nicht." Mit Blick auf die Medien selbst beklagte Neven DuMont einen Mangel an Solidarität, Realitätssinn und Offenheit für Veränderungen: "Alles, was sich verändert, ist verdammenswert", charakterisierte er die Haltung brancheninterner Kritiker. (dpa)



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