Von Tobias Kaufmann, 28.12.09, 13:29h, aktualisiert 29.12.09, 13:19h
Auf den Straßen allerdings ist das anders. Im Widerstand gegen das Regime riskieren Tausende Iraner ihre körperliche und geistige Unversehrtheit, ihre Freiheit, ihre bürgerliche Existenz oder sogar ihr nacktes Leben. Dieses Risiko geht niemand ein, weil er eine Wahl innerhalb des bestehenden Systems wiederholt sehen will. Diese Menschen stellen die Systemfrage.
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Moralisch bankrott
Und sie stellen sie zu recht. Während die islamische Republik zu einer zerstörerischen Regionalmacht aufgestiegen ist, kämpft sie wirtschaftlich und politisch ums Überleben. Moralisch ist sie längst bankrott. Korruption, Terrorismus und Bigotterie sind die Wahrheit, der dritte Weg der Frömmigkeit ist die Fiktion. Die Hoffnung auf Mäßigung, auf einen Islamismus mit menschlichem Antlitz, die Reformislamisten wie Chatami großwerden ließ, ist spätestens im Sommer 2009 zerstoben. Genauso wie die Hoffnungen, man könnte dem Iran das Streben nach der Atombombe irgendwie abverhandeln.
Weder dem Iran noch dem Westen ist mit ein wenig "Perestrojka" im Land der Mullahs geholfen. Dieses Regime muss weg! Durch einen Aufstand von innen, zu dem das Außen – der Westen voran – alles ihm mögliche beitragen sollte, statt das Leben des eines Unrechtsstaates zu verlängern. Schon im Juni wurde das nicht verstanden.
Der Zeitpunkt entscheidet
Allerdings sollte niemand aus der Lage des Landes und dem Mut der Protestierer den falschen Schluss ziehen, die Machthaber seien bereits machtlos. Nach wie vor hat das Regime einerseits die Waffen und andererseits keine Skrupel. Und nach wie vor glauben viele Iraner an die Propaganda vom sittenlosen Westen, von den bösen Zionisten und von der gerechten Diktatur. Aber wie viele werden, wenn es hart auf hart kommt, für dieses Regime so viel zu riskieren bereit sein wie jene, die es beseitigen möchten?
Nur darauf kommt es an. In der Politik ist das Timing entscheidend. Es nützt nichts, dass man die besseren Argumente oder gar die Mehrheit hinter sich hat – man braucht beides zum richtigen Zeitpunkt. Diesen Zeitpunkt muss man, wenn er dann da ist, nutzen. Zügig, kühl, zielgerichtet. Historische Momente sind schnell vorbei.
Ist der historische Moment im Iran schon gekommen? Die Antwort auf die Frage ist offen. Klar ist aber: Es geht bei der Frage nach dem Ende der islamischen Republik nicht mehr um das „ob“. Es geht nur noch um das „wann“.
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Mal ganz ehrlich...
28.12.2009 | 21.50 Uhr | Kater_Behemoth
...wäre es Kommentaren zum iranischen Regime nicht zuträglich, wenn sie NICHT von bekennenden Anhängern anderer Möchtegern-Großmächte dieser Region…
Fromme wünsche eines Ewiggesstriegen
28.12.2009 | 18.06 Uhr | Jerzy
Die Kommunisten im Osteuropa haben auch gelabert, dass sich nichts ändern wird. Dass sich der Westen nicht einmischen sollte, weil er die Seele des…
Nichts auch nichts wird sich ändern
28.12.2009 | 16.44 Uhr | lilabär
Ich als Iraner kann nur sagen: Es wird sich nichts ändern im Iran. Das land wird so fortbestehen wie es läuft. Noch wünschen sich iraner einmischung…
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