Erstellt 29.12.09, 11:06h, aktualisiert 29.12.09, 12:40h
Motiv für die grausame Tat war nach Ansicht des Gerichts, dass Gülsüm keine Jungfrau mehr war und heimlich eine Abtreibung hatte vornehmen lassen. Der Bruder des Opfers hatte die Tat nach seiner Festnahme in einer Polizeivernehmung gestanden.
Knapp unter Jugendhöchststrafe geblieben
"Gülsüm ist einem furchtbaren Verbrechen zum Opfer gefallen", sagte der Vorsitzende Richter Christian Henkel. "Es ist die Tat von Vater und Sohn." In dem Indizienprozess sah es das Gericht als erwiesen an, dass der Bruder und sein aserbaidschanischer Bekannter die junge Frau Anfang März in einen Hinterhalt gelockt, sie gewürgt und ihr mit Knüppeln das Gesicht bis zur Unkenntlichkeit zertrümmert hatten. Damit sollte die Familienehre wieder hergestellt werden.
Gülsüms westlicher Lebensstil war ihrer kurdischen Familie seit langem zuwider. In ihrem 50-jährigen Vater sah das Gericht den Drahtzieher des Mordkomplotts. Der Vater schlug und verprügelte sie nach Worten des Vorsitzenden Richters immer wieder, um einen Sinneswandel zu erzwingen. Den drei Angeklagten war gemeinschaftlicher Mord vorgeworfen worden.
Archaische Erziehung
Gülsüms Familie war mit zunächst sechs Kindern, unter ihnen die Drillinge, vor etwa 15 Jahren aus der Türkei nach Deutschland gekommen. Gülsüms Mutter hatte sich kurz nach der Ankunft 1996 unter nie ganz geklärten Umständen das Leben genommen, nachdem bei ihr Krebs diagnostiziert worden war. 1999 heiratete der Vater erneut, aus der Ehe gingen fünf Kinder hervor.
Alle Kinder wurden nach den traditionellen Regeln der Kurden und des Korans erzogen. Nach Ansicht von Sachverständigen herrschen in der Familie archaisch-patriarchalische Vorstellungen - die Ehre sichere die Existenz.
Mit den Urteilen folgte das Gericht weitgehend der Forderung der Anklage. Der Staatsanwalt hatte lebenslänglich für den Vater gefordert und eine Jugendhöchststrafe von zehn Jahren Gefängnis für den Bruder Gülsüms. (dpa, ddp, ksta)
@turgut-cgn und die Statistik
30.12.2009 | 21.59 Uhr | Jan-Dirk
In Andorra ist die Gewalt gegen Frauen 100.000-mal größer als in den USA. In der Türkei gibt es seit 100 Jahren keinen einzigen Mord.
In... woher…
..........noch eine wahrheit!
30.12.2009 | 20.36 Uhr | turgut-cgn
Der bulgarische Minister betonte zudem, dass sie die Toleranz der Türkei sehr schätzen würden. Die Probleme betreffend der bulgarischen Kirchen und…
Sehr interessant
30.12.2009 | 10.00 Uhr | fourcatmafia
Die USA und Jordanien sind hinsichtlich der Einwohnerzahl und Pressefreiheit annähernd gleich, sodass sich dieser Vergleich förmlich aufdrängt.
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