Erstellt 29.12.09, 12:34h
Sinn sei "ein Dampfplauderer mit egoistischem Sendungsbewusstsein", der dem Ansehen und den Verdiensten des Natur-und Umweltschutzes nachhaltig schade. Mit bewusst markigen Sätzen versuche der ifo-Präsident in seinen Büchern, Artikeln und öffentlichen Auftritten Umweltschützer als "grüne Ideologen" abzutun sowie die Mär von angeblich so effizienten Marktlösungen zu verbreiten, die keinerlei Vorgaben von staatlicher Seite benötigten.
"Hans-Werner Sinn handelt verantwortungslos, wenn er zentrale Klimaschutzinstrumente wie das Erneuerbare-Energien-Gesetz infrage stellt, die Laufzeitverlängerung der Atomkraftwerke gutheißt und eine ökologisch ausgerichtete Politik pauschal als schädlich verteufelt", monierte Tschimpke.
Festhalten an "Risiko- und Steinzeittechnologie Atomkraft"
"Statt für bessere Wettbewerbsbedingungen im Energiemarkt streitet der ifo-Chef lieber ganz im Sinne der großen Stromkonzerne für das Festhalten an der Risiko- und Steinzeittechnologie Atomkraft", hieß es in der Preis-Begründung. Der NABU verwies darauf, dass innerhalb weniger Jahre allein in Deutschland rund 300.000 neue Jobs im Umweltsektor geschaffen wurden.
"Wohin der von Hans-Werner Sinn propagierte Marktradikalismus geführt hat, haben wir gesehen: geradewegs in die organisierte Verantwortungslosigkeit in einer globalisierten Finanzwirtschaft", so Tschimpke weiter. Das habe den Steuerzahlern in aller Welt Hunderte Milliarden an Staatshilfen gekostet und Millionen von Menschen finanziell ruiniert.
Mit dem "Dinosaurier des Jahres", einer aus Zinn gegossenen 2,6 Kilogramm schweren Nachbildung einer Riesenechse, zeichnet der NABU seit 1993 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens aus, die sich in seinen Augen "in Sachen Umweltschutz als besonders antiquiert erwiesen haben".
Unter anderem hat der NABU die Negativauszeichnung in den vergangenen Jahren an den Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes, Gerhard Sonnleitner, und im letzten Jahr an Ex-Bundeswirtschaftsminister Michael Glos verliehen. Ebenfalls einen "Dino" erhielten bereits der damalige BDI-Präsident Hans-Olaf Henkel, Glos' Amtsvorgänger Günter Rexrodt (FDP), Helmut Kohls Finanzminister Theo Waigel (CSU) sowie Air-Berlin-Vorstandschef Joachim Hunold. (epd, dpa, ksta)
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