Erstellt 31.12.09, 10:40h
Auch der Präsident des Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Ulrich Blum, forderte in einem ddp-Interview stärkere Anreize für eine solide Haushaltspolitik. So müsse verhindert werden, dass ein Bundesland finanzielle Erfolge "immer wegliquidiert bekommt". Umgekehrt dürfe es nicht sein, dass "ein Land, das eine schlechte Politik macht, immer die Ausfälle ersetzt bekommt".
Der Präsident des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) in Essen, Christoph M. Schmidt, wandte sich zwar gegen "Verwendungsauflagen" für die Nehmerländer. Der "Wirtschaftsweise" sprach sich aber für stärkere Anreize aus, "durch eine erfolgreiche Politik die Steuereinnahmen zu erhöhen". Deshalb sollten sowohl die Geber- als auch die Nehmerländer "von zusätzlich erzielten Steuereinnahmen einen größeren Teil behalten können".
HWWI-Direktor: Mehr Wettbewerb wagen
Der Direktor des Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts (HWWI), Thomas Straubhaar, sagte: "Wir haben letztlich in Deutschland keinen Wettbewerbsföderalismus, sondern einen Föderalismus, der darauf abzielt, alle Länder gleichzustellen." Dies führe "natürlich zu ziemlich verfehlten ökonomischen Anreizen".
Straubhaar fügte hinzu: "Bei der Einnahmenseite sind die wichtigen Einkommensteuern harmonisiert. Bei der Ausgabenseite sind die Ministerpräsidenten freier, Länderpolitik zu verfolgen." Dies führe dazu, "dass es einen großen Anreiz gibt, zu Lasten Dritter in einem einzelnen Bundesland etwas auszugeben." Deshalb wäre hier "eine Korrektur sinnvoll".
Zimmermann mahnte: "Wir brauchen insgesamt mehr Wettbewerb im Föderalismus. Sonst entfernen wir uns trotz einer enormen Umverteilungsmaschinerie immer weiter von dem Grundgesetzauftrag, auf gleichwertige Lebensverhältnisse in ganz Deutschland hinzuwirken." Es sei "jedenfalls alarmierend, dass es in dem geltenden Finanzsystem in 60 Jahren nur Bayern geschafft hat, von einem Nehmer- und zu einem Geberland zu werden".
Länderfusionen bleiben "föderalistische Illusion"
Der DIW-Präsident fügte hinzu: "Am meisten helfen würde natürlich, die Bundesländer so neu zu ordnen, dass daraus leistungsfähige Einheiten entstehen, die sich stärker aus eigener Kraft finanzieren können". Aber dies bleibe "wohl eine föderalistische Illusion".
Blum sagte, bei den notwendigen Änderungen am Länderfinanzausgleich müsse "vorsichtig" vorgegangen werden. Man dürfe die "Grundlagen der Solidarität" nicht aufgeben. Der IWH-Präsident fügte hinzu: "Der Länderfinanzausgleich hat ja auch etwas ganz Positives. Denn ohne ihn werden die Wanderungen in Deutschland noch größer - und die sind nicht gerade billig." (ddp)
Der Ruf nach Reform.........
01.01.2010 | 10.18 Uhr | Günter Doktor
....des Finanzausgleichs bringt es nicht. Der ganze Förderalismus sollte reformiert, besser noch, abgeschafft und die Staatsgeschäfte zentral…
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