Erstellt 31.12.09, 14:04h, aktualisiert 31.12.09, 14:23h
Wie die "Süddeutsche Zeitung" (SZ) in ihrer Onlineausgabe berichtet, hat die neue Regelung ein überwiegend negatives Echo hervorgerufen: Als "albernen Blödsinn" bezeichnete Herbert Simiot vom Berliner Landesverband für das Deutsche Hundewesen die Neuerung. Sie sei eine "reine Willkürentscheidung des VBB", zitiert ihn die "Süddeutsche". Auch der Berliner Fahrgastverband IGEB e. V. rätselt über die Entscheidung. VBB-Sprecherin Brigitta Köttel versprach unterdessen jedoch, bei der Anwendung der Maulkorbpflicht Augenmaß walten zu lassen. Die Busfahrer und Kontrolleure seien gehalten, "mit Kulanz und Augenmaß" zu entscheiden, wenn sie einen Hund ohne Maulkorb in öffentlichen Verkehrsmittel entdeckten - keine Oma müsse Angst haben, wegen ihres Pinscher aus dem Bus geworfen zu werden, so Köttel.
KVB plant keinen "Maulkorberlass"
Die Initiative zur allgemeinen Maulkorbpflicht sei von Verkehrsbetrieben in Brandenburg gekommen, die Mitglied im VBB sind - in Berlin selbst habe es in letzter Zeit keine Beschwerden über aggressive kleine Hunde gegeben, meinte die Sprecherin. Immerhin: Einen bundesweiten Trend - erinnert sei an die "Kampfhunddebatte" im Sommer 2000, die zahlreiche Hundeverordnungen zur Folge hatte - scheint der Berlin-Brandenburger Verkehrsverbund jedoch nicht zu begründen. So reagierten die Verkehrsbetriebe von Hamburg und München auf Nachfrage erstaunt über die Berliner Initiative - auch bei der Kölner KVB hält man nichts von dem "Maulkorberlass". Man sehe in kleinen Hunden "kein Sicherheitsrisiko", so ein KVB-Sprecher.
Vielleicht ist die neue, restriktive Regelung mit ein Grund dafür, dass derzeit vermehrt Hunde in Berliner Auffangstationen landen - allein über 30 Tiere wurden zwischen dem 24. und 28. Dezember im Tierheim Berlin-Falkenberg abgegeben, wie die "Berliner Zeitung" berichtet. Denn nicht nur in Bussen und Bahnen brechen für Hundebesitzer der Hauptstadt harte Zeiten an: Ab dem neuen Jahr müssen sämtliche Hunde außerdem gechippt und registriert sein, desweiteren ist ab 1. Januar der Abschluss eine Hunde-Haftpflichtversicherung zwingend. Dass in nahezu sämtlichen Berliner Grünanlagen, Gebäuden und auf öffentlichen Straßen Leinenzwang herrscht, gerät da fast schon zur Nebensache. (ksta)
Soll das heißen...
01.01.2010 | 12.32 Uhr | Nestbeschmutzer
... dass unser Aussenminister auch einen tragen muss, wenn er mit Frau Merkel in Berlin die U-Bahn benutzt?
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