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Amoklauf Finnland

Amokschütze litt unter Trennung

Von Hannes Gamillscheg, 31.12.09, 14:55h, aktualisiert 02.01.10, 09:06h

Ein Amokschütze hat am Silvestertag in einem Vorort von Helsinki seine Ex-Freundin und vier ihrer Kollegen erschossen und sich anschließend selbst getötet. Die Tat löste eine Debatte über die finnischen Waffengesetze aus.

Einkaufszentrum Espoo
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Ambulanzen und Streifenwagen vor dem Einkaufszentrum in Espoo. (Bild: afp)
Einkaufszentrum Espoo
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Ambulanzen und Streifenwagen vor dem Einkaufszentrum in Espoo. (Bild: afp)
HELSINKI - Die Kunden im Einkaufszentrum Sello in der finnischen Stadt Espoo glaubten beim Schopping zum Jahresende zunächst an verfrühte Neujahrsböller, dann erschloss sich aus den Schreien der Augenzeugen, dass es sich um Schüsse handelte. Der ganz in Schwarz gekleidete Täter schoss einen Angestellten im Supermarkt Prisma zweimal in den Kopf, tötete dann eine Mitarbeiterin mit einem Bauchschuss, worauf er die Treppe hoch stürmte und zwei weitere Männer tödlich verletzte.

Die Besucher des Zentrums liefen schreiend aus dem Gebäude; in der allgemeinen Panik konnte der Mörder entkommen. Die Polizei identifizierte ihn rasch als einen wegen Gewaltverbrechen und illegalen Waffenbesitzes mehrmals vorbestraften 43-jährigen Mann. Wenig später fand sie ihn tot in seiner Wohnung. Er hatte sich selbst erschossen.

Vom Schock geprägt

Der der aus dem Kosovo stammende Ibrahim S. hatte 18 Jahre lang mit seiner Freundin (42) zusammengelebt, nachdem er 1990 nach Finnland gekommen war. Im Vorjahr zerbrach die Beziehung, was der Mann aber nicht akzeptieren wollte. Er verfolgte und bedrohte die Frau, bis die Polizei ihm verbot, sich ihrer Wohnung oder ihrem Arbeitsplatz im Supermarkt zu nähern.

Dennoch suchte er sie am Donnerstag daheim auf und erschoss sie. Danach ging er in das Shoppingcenter, in dem seine Freundin arbeitete, und erschoss vier ihrer Kollegen. Das Einkaufszentrum, eines der größten in Finnland, blieb über Neujahr geschlossen.

Die Feiern zum Jahreswechsel waren von dem Schock geprägt, den das schon vierte Massaker in diesem Jahrzehnt in dem Land ausgelöst hat. 2002 hatte ein Chemiestudent eine Bombe in einem Kaufhaus zur Explosion gebracht, die ihn selbst und sechs weitere Menschen tötete. 2007 erschoss ein 18-Jähriger in einer Schule acht Menschen, ehe er die Waffe gegen sich selbst richtete, und ein Jahr später kostete ein weiteres Schulmassaker elf Menschenleben. Seither ist die große Waffendichte in dem Land, in dem fast jeder dritte eine Schusswaffe besitzt, eine heiße politische Frage. Das Parlament verschärfte die Regeln für den Erwerb von Handfeuerwaffen. Gegen illegal im Umlauf befindliche Waffen, wie die Pistole, die der Täter nun nutzte, helfen solche Maßnahmen allerdings nichts.



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