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Mönchengladbach

Schulleiter droht Strafe wegen Satire

Von Heinz Tutt, 05.01.10, 17:52h

Jack Onkelbach ist Leiter einer Hauptschule in Mönchengladbach. Vor einigen Wochen hat er per Stellenanzeige eine neue NRW-Schulministerin gesucht. Die Satire kam bei der Regierung nicht gut an - jetzt blüht ihm Ärger.

Ralf Möller
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Lässt sich manchmal auch gerne auf den Arm nehmen: NRW-Schulministerin Barbara Sommer mit Hollywood-Schauspieler Ralf Moeller. (Bild: Schwarz)
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Lässt sich manchmal auch gerne auf den Arm nehmen: NRW-Schulministerin Barbara Sommer mit Hollywood-Schauspieler Ralf Moeller. (Bild: Schwarz)
DÜSSELDORF - Schulleiter sucht neue Schulministerin - diese provozierende Stellenanzeige in einer Tageszeitung sorgt bis heute für helle Aufregung. Der Schulleiter der Gemeinschaftshauptschule Kirschhecke (Mönchengladbach), Jack Onkelbach (60), hatte es vor vier Wochen gewagt, Ersatz für Schulministerin Barbara Sommer (CDU) zu suchen. „Wir wünschen uns eine Führungspersönlichkeit (. . . ) mit der Fähigkeit, für uns junge Mitarbeiter zu gewinnen und sie - auch mittels Leistungsanreizen - zu coachen“, hieß es unter anderem in der professionell gestalteten Anzeige.

„Die Stellenanzeige hatte Satirecharakter, aber auch einen ernsten Hintergrund“, erläuterte am Dienstag Jack Onkelbach. Seine Schule mit 430 Schülern in 20 Klassen sei ungenügend mit Personal ausgestattet, beklagte er. Besonders stieß dem Schulleiter auf, dass seiner Schule eigentlich schon zugesagte Stellen wieder gestrichen worden seien. Dies habe zur Anzeigenaktion geführt, an der sich auch sein Kollege namentlich beteiligt habe. „Auf ihre aussagekräftige Bewerbung freuen sich Jack Onkelbach und Werner Blug . . .“ hieß es ermunternd im Inserat.

Die Freude bei der vorgesetzten Dienststelle, der Bezirksregierung Düsseldorf, hielt sich indes in Grenzen. Wie Onkelbach bestätigte, setzte der Regierungspräsident ein Disziplinarverfahren in Gang, weil die Behörde offenbar „achtungs- und vertrauenswürdiges Verhalten“ bei den Betroffenen vermisste sowie „die Pflicht zur Mäßigung und Zurückhaltung politischer Betätigung“ bei den Beamten in einem fünfseitigen Schriftsatz einforderte. Bis Ende der Woche müssen die beiden Lehrer nun Stellung beziehen.

Bis jetzt haben sie sich nicht geäußert. Er habe bisher anders zu tun gehabt, sagte Onkelbach. Zuspruch erhielt der „Rebell“ mittlerweile von der Schulexpertin der Grünen-Landtagsfraktion, Sigrid Beer, die in einem offenen Brief an den Humor Barbara Sommers appellierte: „Ich bin mir sicher, dass die noch zuständige Ministerin genügend Humor besitzt und die Disziplinarkeule als überholtes, steinzeitliches Instrumentarium betrachtet.“ Im Ministerium wollte man sich am Dienstag nicht zum Vorgang äußern. Unterdessen sieht Onkelbach dem Verfahren gelassen entgegen. „Ich glaube nicht, dass ich besonders mutig war. Es war gerade die staatsbürgerliche Pflicht, den Schülern damit etwas vorzuleben.“



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