Von Heinz Tutt, 05.01.10, 17:52h
„Die Stellenanzeige hatte Satirecharakter, aber auch einen ernsten Hintergrund“, erläuterte am Dienstag Jack Onkelbach. Seine Schule mit 430 Schülern in 20 Klassen sei ungenügend mit Personal ausgestattet, beklagte er. Besonders stieß dem Schulleiter auf, dass seiner Schule eigentlich schon zugesagte Stellen wieder gestrichen worden seien. Dies habe zur Anzeigenaktion geführt, an der sich auch sein Kollege namentlich beteiligt habe. „Auf ihre aussagekräftige Bewerbung freuen sich Jack Onkelbach und Werner Blug . . .“ hieß es ermunternd im Inserat.
Die Freude bei der vorgesetzten Dienststelle, der Bezirksregierung Düsseldorf, hielt sich indes in Grenzen. Wie Onkelbach bestätigte, setzte der Regierungspräsident ein Disziplinarverfahren in Gang, weil die Behörde offenbar „achtungs- und vertrauenswürdiges Verhalten“ bei den Betroffenen vermisste sowie „die Pflicht zur Mäßigung und Zurückhaltung politischer Betätigung“ bei den Beamten in einem fünfseitigen Schriftsatz einforderte. Bis Ende der Woche müssen die beiden Lehrer nun Stellung beziehen.
Bis jetzt haben sie sich nicht geäußert. Er habe bisher anders zu tun gehabt, sagte Onkelbach. Zuspruch erhielt der „Rebell“ mittlerweile von der Schulexpertin der Grünen-Landtagsfraktion, Sigrid Beer, die in einem offenen Brief an den Humor Barbara Sommers appellierte: „Ich bin mir sicher, dass die noch zuständige Ministerin genügend Humor besitzt und die Disziplinarkeule als überholtes, steinzeitliches Instrumentarium betrachtet.“ Im Ministerium wollte man sich am Dienstag nicht zum Vorgang äußern. Unterdessen sieht Onkelbach dem Verfahren gelassen entgegen. „Ich glaube nicht, dass ich besonders mutig war. Es war gerade die staatsbürgerliche Pflicht, den Schülern damit etwas vorzuleben.“
Preußisches Beamtentum
07.01.2010 | 19.35 Uhr | cano
Schon vor 150 Jahren war es nicht angesagt die hohen Herren zu kritisieren, das hat sich grundlegend nicht geändert. Wäre ja auch nicht so schlimm,…
Kritik an Sommer
06.01.2010 | 14.17 Uhr | kischfwm
Hoffentlich wird es ein schöner Sommer und dem mutigen Schulleiter dieser nicht durch die unfähige Ministerin vermießt. Es ist angesichts der …
Mitarbeiter dürfen Kritik nicht über die Presse lancieren
06.01.2010 | 12.52 Uhr | quintus prior
Auch wenn das von vielen bejubelt wird. Keine Institution kann dulden, dass herabsetzende Kritik - auch wenn sie als Satire bezeichnet wird - durch…
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