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Leitartikel zum Stadtkämmerer-Debakel

Der Kölner Murks

Von Peter Pauls, 07.01.10, 21:38h, aktualisiert 08.01.10, 00:12h

Der Kölner Regierungspräsident Lindlar hat dem Kandidaten für den Stadtkämmerer-Posten, Jörg Frank, die benötigte Kompetenz abgesprochen. Eine Ohrfeige für Rot-Grün, die so nicht nur ihren Kandidaten verlieren, sondern auch das Vertrauen der Bürger.

Jörg Frank
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Jörg Frank wird nun doch nicht Stadtkämmerer. Hierzu fehlt ihm laut RP die fachliche Kompetenz. (Bild: Rakoczy)
Jörg Frank
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Jörg Frank wird nun doch nicht Stadtkämmerer. Hierzu fehlt ihm laut RP die fachliche Kompetenz. (Bild: Rakoczy)
Es ist ein eigentümlicher Murks, der gestern zutage trat. Rot-Grün hat eine erste Blamage einzustecken, noch bevor das kommunale Bündnis in Köln überhaupt offiziell besiegelt ist. Denn Jörg Frank, zentraler Baustein im Kölner Polit-Kräftefeld, musste darauf verzichten, Stadtkämmerer zu werden. Der Kölner Regierungspräsident (RP) Lindlar hat ihm die fachliche Eignung abgesprochen. Fehlende Verwaltungserfahrung! Eine Ohrfeige mit Ansage für Kölns neues Bündnis. Denn seit Monaten schon wurde gefragt, ob - stets rot-grün vorausgesetzt - ein mutmaßlicher Stadtkämmerer Frank überhaupt den Eignungscheck des RP besteht. Und noch zur jüngsten Ratssitzung berichteten wir, eben dieser RP - die entscheidende kommunale Aufsicht - habe warnend angekündigt, sich den Kandidaten besonders gut ansehen zu wollen. Egal gewesen. Augen zu und durch. So ist das, wenn der Machtwunsch den Wirklichkeitssinn vernebelt.

Jörg Frank stand am Ende eines dieser notorischen Auswahlverfahren, denen sich kein Bewerber von Rang stellt - weil der Ausgang schon am Anfang fest steht: Jörg Frank sollte Kämmerer werden. Wer geht in ein totes Rennen und kehrt verheizt in die Heimat zurück? So wird man leicht der Beste.

An diesem Murks haben einige verdient. Die SPD, weil der Verzicht der Grünen auf eine eigene OB-Kandidatur - dafür bekamen sie den Kämmerer - ihrem Kandidaten die entscheidenden Stimmen gab. Die FDP, die sich ihr Ja für den grünen Kämmerer mit einem Bürgermeister-Posten entgelten ließ. Die Grünen, weil sie ihren Kämmerer schon noch kriegen. Verlierer? Das sind die Bürger, deren Vertrauen man mit solchem Kuhhandel verspielt.

Nun gibt es eine neue Chance, tatsächlich den Besten zu suchen. Ein Parteibuch dürfe kein Ausschlussgrund sein, heißt es stets. Aber das ist bigotte Rhetorik. Voraussichtlich wird auch der oder die neue als erste Qualifikation dieses Parteibuch brauchen.

Welche Verwaltungserfahrung hat eigentlich der RP Lindlar? Der gelernte Lehrer war, bevor er als Oberaufseher über die Erfahrung von Kandidaten befinden durfte, Landtagsabgeordneter, also Mandatsträger wie der Kandidat Frank. Ein guter Kölner Murks kennt keine Gerechten!



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