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Glan-Donnersberger

Möhren zum Geburtstag

Von Tim Nolden, 08.01.10, 17:59h, aktualisiert 08.01.10, 18:28h

Das Kälbchen Henry soll die Nachfolge von Museumsochse Max antreten. Dafür muss aus dem Bullen vorher allerdings ein Ochse gemacht werden. Das Freilichtmuseum sucht außerdem Paten für seine Tiere.

Kalb Henry
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Simone Lenz überreicht dem Kälbchen Henry und seiner Mutter Layla einen leckeren Imbiss. (Bild: Nolden)
Kalb Henry
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Simone Lenz überreicht dem Kälbchen Henry und seiner Mutter Layla einen leckeren Imbiss. (Bild: Nolden)
Mechernich-Kommern - Als Geburtstagsgeschenk bekam das Glan-Donnersberger Kälbchen Henry von seiner Patin einen ganzen Stapel Zwieback mit Möhren und eine Kerze. Die Kerze konnte Henry nicht selber auspusten, die Leckereien verspeiste er mit großer Begeisterung.

Das Glan-Donnersberger Rind war bis in die 1950er Jahre in der Eifel weit verbreitet, insbesondere als Arbeitstier, das auch Milch und Fleisch lieferte. Als dann die Milchproduktion in den Vordergrund rückte und die Arbeitsleistung durch Maschinen verrichtet wurde, war die Art sogar vom Aussterben bedroht.

Das Freilichtmuseum Kommern schloss sich dem „Verein zur Erhaltung und Förderung des Glanviehs“ an und arbeitete aktiv an der Rückzüchtung der Glan-Donnersberger Rinder aus den Mischrassen mit. Im November 1985 wurde das erste Kälbchen im Museum geboren, und bis heute leben Glan-Donnersberger Rinder im Freilichtmuseum. Darunter der Museumsochse Max und die älteste lebende Glankuh der Welt, die 2010 ihren 23. Geburtstag feiert.

Vom Bullen zum Ochsen

In Zukunft soll das Kälbchen Henry die Nachfolge des Museumsochsen Max antreten, „mit dem Kopf“ arbeiten und als Zugtier zum Einsatz kommen. Um ihn im Freilichtmuseum arbeiten zu lassen, muss Henry allerdings zum Ochsen gemacht werden - einen Bullen im Museum zu halten, wäre zu gefährlich.

Darüber, dass Henry ein langes Leben im Museum bevorsteht, freut sich seine Patin Simone Lenz aus Bergheim. Einerseits weil sie Henry dann noch häufig besuchen kann, andererseits weil sie überzeugte Vegetarierin ist. Als sie vor einem Jahr die Anzeige las, in der ein Name für das damals noch weiße Kälbchen gesucht wurde, musste sie sofort an ihren gerade gestorbenen Hund Henry denken, der mit dem Kälbchen die Farbe teilte. Sie verfasste einen Brief an das Freilichtmuseum und wurde zur Patin für Henry auserkoren.

Museumsleiter Dr. Josef Mangold und Museumslandwirt Gerd Linden waren ganz begeistert von Simone Lenz' Einsatz. Sie besuchte Henry in regelmäßigen Abständen mit ihrer Familie, fütterte ihn, mistete seinen Stall aus und beobachtete, wie er zum ersten Mal auf die Weide kam. Sein ganzes erstes Jahr hat sie mit Bildern dokumentiert.

Ende der Patenschaft

Weiß ist Henry nicht mehr, mittlerweile hat sein Fell eine bräunliche Färbung bekommen und er ist fast so groß wie ein ausgewachsenes Rind. Ob er so groß wird wie Museumsochse Max, ist noch schwer zu sagen. Der allerdings bringt mit 1,5 Tonnen auch ein stattliches Gewicht auf die Waage. Zu Henrys Geburtstag nun endet das Patenjahr von Simone Lenz. Sie verspricht jedoch, ihr Pflegetier auch weiterhin häufig zu besuchen.

Das Freilichtmuseum sucht auch für das kommende Jahr Paten für die im Museum lebenden Tiere. Für einen Spendenbetrag von 20 Euro für ein Huhn oder eine Gans bis hin zu 1500 Euro für den Ochsen Max dürfen Interessierte eine Patenschaft für ein Museumstier übernehmen. Damit unterstützen sie das Museum bei den Futterkosten. Ab einer Spende von 50 Euro erhalten die Paten freien Eintritt für das Patenjahr. Besonderer Höhepunkt der Patenschaft ist die gemeinsame Fütterung des Tieres mit den Landwirten des Museum.



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