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Volkssitzung

Warme und dicke Luft bei den Jecken

Von Anja Katzmarzik, 10.01.10, 17:56h, aktualisiert 10.01.10, 22:03h

Die beiden Volksfeste auf dem Neumarkt haben trotz herrschender Minustemperaturen stattfinden können. Zwar drohte die Schneelast den Stand des Großzeltes zu gefährden. Doch zusätzliche Heizkapazitäten hielten nicht nur die Gäste mollig warm.

Volksfest am Neumarkt
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Notfallplan hin oder her: Von der Kälte draußen spürten die Jecken im Zelt spätestens nach zwei Bands gar nichts mehr. (Bild: Bause)
Volksfest am Neumarkt
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Notfallplan hin oder her: Von der Kälte draußen spürten die Jecken im Zelt spätestens nach zwei Bands gar nichts mehr. (Bild: Bause)
Volksfest am Neumarkt
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Über die Schläuche im Hintergrund wurde das Zelt beheizt. (Bild: Bause)
Volksfest am Neumarkt
Innenstadt - Ordentlich eingeheizt wurde den Besuchern der beiden Volkssitzungen auf dem Neumarkt am Wochenende nicht nur von Bands wie Brings, Räuber, Domstürmer und dem Dreigestirn. Die Künstler sorgten für gefühlte 44 jecke Grad Celsius. Was jedoch kaum einer der 3400 Gäste wusste: Die beiden Veranstaltungen, die als Volksproklamation gelten, waren in diesem Jahr aufgrund der Wetterprognose gefährdet.

Wind-Boen konnten dem Zelt, umgeben von der dichten Bebauung rund um den Neumarkt, die Schutz bietet, zwar nichts anhaben. Anders verhielt es sich jedoch mit der Schneelast. Bei mehr als zehn Zentimetern Last durch Nass-Schnee auf der Plane wäre die Standfestigkeit gefährdet gewesen, sagte Organisator Wolfgang Kaup von der Karnevalsgesellschaft Alt Köllen. Aus dem Grund hatte die KG zusätzliche Heizkapazitäten montieren lassen und die Zahl der Dieselgeneratoren, die die Warmluft durch große Schläuche in das Zelt bliesen, verdoppelt.

Seit Freitag wurde das Dach beständig warm gehalten, so dass der Schnee schmelzen und das Wasser abfließen konnte. Und während das Thermometer auf dem Neumarkt minus zwei Grad Celsius anzeigte, war es im Zelt bereits ohne Besucher mollige 21 Grad warm.

Was der Jeck als angenehm empfand, bereitet den Ehrenamtlern aus dem Vereinsvorstand echtes Kopfzerbrechen: Beim derzeitigen Ölpreis rechnet der Verein, der die beiden Sitzung zugunsten krebskranker Kinder veranstaltet, aus dem Grund mit bis zu 3000 Euro Mehrkosten. Doch es dürften auf keinen Fall Besucher gefährdet werden, so Kaup. Und finanziell wäre es der weitaus größere Verlust gewesen, wenn beide Sitzungen abgesagt worden wären.

Dicke statt warme Luft scheint dagegen seit dem großen Streit um das Fortbestehen der Sitzung auf dem Platz immer noch zwischen Kaup, der die Veranstaltung seit 27 Jahren organisiert, und Stadtdirektor Guido Kahlen zu herrschen. Nachdem wegen eines neuen städtischen Platzkonzeptes erst das totale Aus drohte, was eine jecke Schwarze-Nasen-Protest-Bewegung verhinderte, musste das Zelt verkleinert und in den Westen des Platzes verlegt werden.

Inzwischen hat es zwar wieder seine ursprüngliche Größe. „Doch alle Vorschriften werden kleinlichst gegen uns verwendet“, behauptet Kaup. Vier Mal habe die Stadt neue Originalpläne verlangt, wozu der Verein stets ein Ingenieurbüro beauftragen musste. Eine dritte Veranstaltung werde trotz größerer Nachfrage und dem caritativen Zweck verweigert. Kaup: „Ich wünschte, die Stadt hätte vor dem Einsturz des Stadtarchivs ihre Paragrafen so genau genommen.“



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