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Übernahme

N24 weckt Kaufgelüste

Von Ulrike Simon, 12.01.10, 21:39h, aktualisiert 12.01.10, 21:44h

Im Falle eines Verkaufs des Nachrichtensenders N24 hat Geschäftsführer Torsten Rossmann und Ex-„Spiegel“-Chef Stefan Aust Interesse an einer Übernahme bekundet. Eine Gründung einer Beteiligungsgesellschaft ist noch vonnöten.

Torsten Rossmann
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Torsten Rossmann, Geschäftsführer des Fernsehsenders N 24. (Bild: dpa)
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Torsten Rossmann, Geschäftsführer des Fernsehsenders N 24. (Bild: dpa)
Torsten Rossmann, Geschäftsführer von N24, plant, den zu ProSieben Sat1 gehörenden Berliner Nachrichtensender selbst zu übernehmen. Zu diesem Zweck ist die Gründung einer Beteiligungsgesellschaft vorgesehen. Dem Vorstand habe Rossmann für den Fall eines Verkaufs sein Interesse mitgeteilt, bestätigte eine Sprecherin des Senders. Mit einer Entscheidung könne zum Ende des ersten Quartals gerechnet werden.

Hinter der Beteiligungsgesellschaft stehen neben Rossmann und dem weiteren N24-Geschäftsführer Frank Meißner der ehemalige „Spiegel“-Chefredakteur Stefan Aust und Thorsten Pollfuß. Aust und Pollfuß kennen sich aus gemeinsamen Zeiten bei „Spiegel TV“. Auf Anfrage dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ sagte Aust: „Ja, ich bin dabei. Wir glauben, dass wir mit einem solchen Engagement etwas für die journalistische Vielfalt tun können.“

Thomas Ebeling, Vorstandsvorsitzender der ProSiebenSat1 Medien AG, hatte Ende November angekündigt, für N24, der sämtliche zur Gruppe gehörenden Sender mit Nachrichten beliefert, alle Optionen prüfen zu wollen: „Unser Geschäft mit N24 ist mit mehr als 40 Millionen Euro dauerhaft defizitär und bewegt sich in einem gesättigten Markt, in dem mehr als zehn Wettbewerber aktiv sind und alleine N24, n-tv, Phoenix um einen Gesamtmarktanteil von drei Prozent kämpfen.“

Nachrichten, sagte Ebeling damals weiter, seien möglicherweise „für das Image bei Politikern wichtig, aber nicht unbedingt bei allen Zuschauern“. Mit dieser Aussage entfachte der 50-jährige Vorstandschef nicht nur Proteste unter den rund 240 Mitarbeitern, sondern auch Diskussionen bei Politikern in Staatskanzleien und bei der Medienaufsicht. Überlegungen kursieren seither, wie private Veranstalter von Vollprogrammen zur Eigenproduktion von Nachrichten verpflichtet werden könnten.

Noch unbekannt ist die Summe, die ProSieben Sat1 an Rossmann, Aust & Co. zu zahlen bereit wäre. Die Sendergruppe leidet unter einer Kreditlast in Höhe von 3,5 Milliarden bei jährlichen Zinszahlungen von 250 Millionen Euro. Sicherlich werden die neuen Eigentümer, so der Verkauf zustande kommt, auch sparen müssen; und sie werden sich bemühen müssen, neben ProSieben Sat1 zusätzliche Kunden zu akquirieren. Torsten Rossmann war unter anderem Unternehmenssprecher der Sendergruppe, bevor er Ende 2003 Geschäftsführer von N24 wurde.



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