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Late Night

Neue Runde im Kampf der Erzrivalen

Von Sebastian Moll, 14.01.10, 20:47h, aktualisiert 14.01.10, 20:48h

Talkmaster Jay Leno von NBC soll nun wieder gegen David Letterman antreten. Aus dem internen Krieg seiner rivalisierenden Talkmaster ist der Star von CBS als lachender Dritter hervorgegangen und ist wieder der König des Late-Night in Amerika.

Jay Leno
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US-Talkmaster Jay Leno. (Bild: dpa)
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US-Talkmaster Jay Leno. (Bild: dpa)
David Letterman war bester Laune, als er am Dienstagabend in das Studio seiner Late Night-Talkshow trat. Der Star des US -Fernsehsenders CBS hatte reichlich Material für seine Witze an diesem Abend und die Tatsache, dass seine ärgste Konkurrenz es ihm lieferte, machte die Sache für ihn umso genüsslicher. „Die New York Times meldet heute, Al Qaida habe Verantwortung für die Verwüstungen bei NBC übernommen“, scherzte Letterman, als er auf die Bühne trat. Die Verwüstungen, auf die er anspielte, sind die Trümmer eines internen Kriegs der Talkmaster bei der mit CBS rivalisierenden Station NBC, aus dem Letterman als lachender Dritter hervorgeht. Im Kampf um die Dominanz des Late Night-Geschäfts hat es NBC geschafft, sich selbst zu zerfleischen. Und so sieht Altmeister Letterman ohne sein eigenes Zutun derzeit wieder wie der uneingeschränkte König des Late-Night in Amerika aus.

Die Selbstdemontage von NBC begann vor etwa sieben Monaten, als das Netzwerk den jahrzehntelangen Erzrivalen von Letterman, Jay Leno, von dessen angestammtem Sendeplatz um 23.35 Uhr auf 22 Uhr vorzog. Sinn der Aktion sollte eine Kostenersparnis im immer härter werdenden Überlebenskampf der gebührenfreien Netzwerke gegen das Kabelfernsehen sein. Um zehn Uhr laufen gewöhnlich in den USA Krimi- oder Comedyserien, die pro Folge rund drei Millionen in der Produktion kosten. Das etablierte Talk -Format, einst von Leno-Vorgänger Johnny Carson in der seit 60 Jahren laufenden „Tonight Show“ erfunden und in der ganzen Welt kopiert, kostet hingegen nur rund 400 000 Dollar. Lenos Sendeplatz vor Mitternacht wurde derweil an den frischeren Conan O'Brien vergeben, der ein junges Publikum anziehen sollte. Im Grunde eine vielsprechende Taktik. Womit die NBC-Verantwortlichen jedoch nicht gerechnet hatten, war, dass das Publikum um 22 Uhr noch keine Lust auf Leno oder auf Late Night überhaupt hatte. Um diese Zeit ist man eine spannende Serie gewöhnt und derartige Gewohnheiten lassen sich nur schwer ändern. Das Ergebnis: Die Quote von Leno sank um bis zu 30 Prozent, die Werbeeinnahmen um 22 Prozent. Zur ungünstigen Sendezeit hinzu, kam, dass Lenos Show immer schlechter wurde: „Leno hat als Late Night-Talker so viel Flair wie Dein peinlicher Onkel Richard, der bei der Weihnachtsfeier Zaubertricks vorführt“, schrieb das Magazin Salon.

O'Brien konnte derweil trotz eines ordentlichen Starts als Newcomer dem etablierten Letterman nicht das Wasser reichen. Lettermans lakonischer New Yorker Humor ist eine Bank beim Publikum - nicht einmal seine im vergangenen Herbst bekannt gewordenen Affären mit gleich mehreren Angestellten konnten dem etwas anhaben. In der vergangenen Woche zog NBC die Notbremse und setzte die Show von Lettermans jahrzehntelangem Erzrivalen Leno ab. Zur Verwunderung der meisten Beobachter zögerte das Netzwerk aber dennoch, ihn zu entlassen und kokettiert nun stattdessen mit dem Gedanken, ihn wieder um halb Zwölf direkt gegen Letterman antreten zu lassen. Ein hoffnungsloses Unterfangen.

Conan O'Brien, der dann auf einen Sendeplatz nach Mitternacht rutschen würde, machte diese Scharade genau drei Tage lang mit. Am Dienstag gab er bekannt, dass er den Sender verlassen werde. Immerhin konnte er in seiner Sendung am Dienstagabend schon wieder über sich selbst lachen. „Ich habe als Kind immer Johnny Carson gesehen und davon geträumt, seine Show einmal für sieben Monate zu moderieren“, nahm er sich selbst auf die Schippe. Länger habe er nie Late Night Entertainer sein wollen. Ab sofort stehe er als Unterhalter für Kindergeburtstage zur Verfügung.



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