Erstellt 14.01.10, 22:40h, aktualisiert 17.01.10, 14:31h
Nach tagelangen Anstrengungen kämpften sich die Helfer am Samstag bis in Gebiete außerhalb der Hauptstadt Port-au-Prince vor. In Leogane, rund 17 Kilometer westlich der Hauptstadt, sah ein AFP-Reporter ganze Straßenzüge von zerstörten Häusern. "Hier ist das Epizentrum des Bebens und viele viele tausend sind tot", sagte ein Sprecher des Welternährungsprogramms (WFP) der UNO. Es sei praktisch jedes Haus zerstört, Militärs gingen von bis zu 30.000 Todesopfern aus.
Unter den Toten ist auch die gesamte Spitze der UN-Mission in Haiti (MINUSTAH). UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon bestätigte am Samstag, der Missionschef Hedi Annabi aus Tunesien, dessen Stellvertreter Luiz Carlos da Costa und der UN-Polizeichef in Haiti, der Kanadier Doug Coates, seien tot aus den Trümmern geborgen worden. Zu Beratungen über die Lage tritt am Montag in New York der UN-Sicherheitsrat zusammen, wie das mexikanische Außenministerium mitteilte. Eine UN-Sprecherin hatte die Erdbebenkatastrophe in Haiti zuvor als größte humanitäre Katastrophe in der Geschichte des Staatenbundes bezeichnet.
Angesichts der zerstörten Infrastruktur und der ebenfalls weitgehend vernichteten staatlichen Strukturen gibt es über die Zahl der Opfer nur Schätzungen. Haitis Ministerpräsident Jean-Max Bellerive sagte der Nachrichtenagentur AFP am Samstag, bislang seien 25.000 Tote geborgen und beerdigt worden. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) sagte am Samstag, es sei auch mindestens ein Deutscher unter den Toten.
Am Sonntag wurde UN-Generalsekretär Ban Ki-Moon in Haiti erwartet, um sich ein Bild von der Situation zu machen und den Menschen seine Solidarität zu bekunden. Vorangegangen war ein Besuch von US-Außenministerin Hillary Clinton, die den Haitianern am Samstag langfristigen Beistand zusicherte: ""Wir werden heute, morgen und in Zukunft hier sein."
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Die umfangreichen Hilfsanstrengungen der Staatengemeinschaft begannen am Wochenende langsam Form anzunehmen. Das WFP richtete Ausgabestellen für Lebensmittel ein, an denen sich lange Schlangen bildeten. Der Koordinator des Roten Kreuzes, Mauricio Bustamante, sagte, seine Organisation habe 15 Flugzeugladungen Hilfsgüter eingeflogen die von 19 Hubschraubern stetig abgeworfen würden.
Deutschland hat angesichts der dramatischen Lage im Inselstaat Haiti seine Hilfe deutlich aufgestockt. Die Bundesregierung stelle 7,5 Millionen Euro für die Erdbebenopfer bereit, kündigte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) am Wochenende in Berlin an. Das Entwicklungshilfeministerium steuere davon 2,5 Millionen Euro als Nahrungsmittelhilfe bei. Der Minister äußerte sich bestürzt über die "biblischen Ausmaße" der Katastrophe. Er rief die Deutschen zu Spenden auf. Nach bisherigen Erkenntnissen befindet sich unter den Opfern auch ein Deutscher. Weitere 30 Deutsche werden vermisst.
Bis die Hilfe bei allen 1,5 Millionen Obdachlosen ankommt, dürfte es aber noch dauern. Ein AFP-Korrespondent sah, wie ein US-Hubschrauber ein halbes Dutzend kleiner Kartons mit Hilfsgütern über einem Stadion voller hungernder Menschen abwarf. Viele versuchten, sich mit dem Einsatz von Buschmessern einen Teil dieser mageren Ration zu sichern. Nach Angaben der UNO versuchen viele Menschen angesichts der zunehmenden Gewalt und des Verwesungsgestanks in der Hauptstadt in andere Landesteile zu fliehen.
In Washington räumte US-Präsident Barack Obama ein, die Verteilung der Hilfsgüter sei eine "enorme Herausforderung". Die Hilfeleistungen würden "Monate und Jahre" laufen. "Wir stehen der Bevölkerung von Haiti bei, die eine so unglaubliche Widerstandsfähigkeit gezeigt hat, und wir werden ihr helfen, von vorne zu beginnen und wiederaufzubauen", sagte Obama. Gemeinsam mit seinen Amstvorgängern George W. Bush und Bill Clinton rief er seine Landsleute zu Spenden für Haiti auf. Die USA hätten eine der größten Hilfsaktionen in ihrer Geschichte gestartet. (afp)
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Bestien im Samariterkleid
17.01.2010 | 11.58 Uhr | turgut-cgn
zu haiti empfehle ich folgenden text von rosa luxemburg:
Bestien im Samariterkleid
„Und nun sind sie alle auf Martinique, wieder ein Herz und eine…
Hilfe aus Köln
17.01.2010 | 00.46 Uhr | post_1551
Ich schlage vor, auf den ohnehin unsinnigen Schauspielhausneubau für 300 Mio zu verzichten und das Geld komplett zu spenden. Dann ist es wenigstens…
Erdbeben
16.01.2010 | 18.56 Uhr | bill78
KHJ hat meine volle Zustimmung. Die tollen Ölscheiche interessieren sich sowieso nur für sich. Können nix alleine, nicht mal das Öl aus der Erde…
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