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Kommentar zur DIW-Studie

Problem im Kollektiv

Von Jörg Wagner, 18.01.10, 20:45h

Viele Arbeitnehmer im Lande müssen sich im Alter auf Schrumpf-Renten einstellen. Die vergleichweise üppigen Beamten-Pension wirken da wie ein Relikt aus einer anderen Zeit.

Bei der Absicherung im Alter verschärft sich in Deutschland der Trend zu einer Zweiklassengesellschaft. Immer mehr Arbeitnehmer erhalten dank Minijobs etc. im Alter sehr spärliche Renten. Dazu kommt, dass aus demographischen Gründen die gesetzlichen Renten allenfalls noch in Minischritten steigen werden. Wie ein Gegenentwurf aus einer anderen Zeit wirken da die üppigen Pensionen, über die sich Staatsdiener freuen können.

Es ist eine müßige Diskussion, ob Beamte sich die hohen Pensionen verdienen, indem sie während ihrer Arbeitszeit auf besser dotierte Jobs in der freien Wirtschaft verzichten. Manche Staatsdiener könnten in der Tat durch einen Wechsel mehr verdienen, andere wären kaum vermittelbar - es gibt solche und solche.

Nicht individuell, sondern kollektiv muss man das Problem bewerten. Erst so zeigt sich dessen riesige Dimension. In NRW werden die Pensionsverpflichtungen zu einer immer größeren Belastung für den Haushalt. Es darf aber nicht sein, dass wichtige öffentliche Investitionen in die Daseinsfürsorge ausfallen müssen, weil es der Staat mit der Fürsorge für seine Staatsdiener übertreibt. Hier kann und muss gespart werden, auch gegen den Widerstand der Beamtenlobby.



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