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Erwärmung

Weltklimarat räumt Fehler ein

Von Peter Seidel, 25.01.10, 10:16h

Das „Intergovernmental Panel on Climate Change“ hat einen Fehler bei der Abfassung seines vierten Berichts zur Entwicklung des Weltklimas aus dem Jahr 2007 eingeräumt.

Rajendra Pachauri
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Rajendra Pachauri (Bild: afp)
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Rajendra Pachauri (Bild: afp)
KÖLN - Das „Intergovernmental Panel on Climate Change“ (IPCC) hat am Mittwoch in einem ungewöhnlichen Schritt einen Fehler bei der Abfassung seines vierten Berichts zur Entwicklung des Weltklimas aus dem Jahr 2007 eingeräumt. In dem Bericht wird vorhergesagt, dass die Gletscher des Himalaya bis zum Jahr 2035 verschwunden sein werden. Dazu heißt es in der Mitteilung des Weltklimarates, der betreffende Absatz beziehe sich auf „ungenügend überprüfte Schätzungen zur Rückzugsrate und zum Zeitpunkt des Verschwindens der Gletscher im Himalaya. Während des Abfassens des fraglichen Absatzes sind die klaren und gut eingeführten Überprüfungsstandards, die in den Arbeitsabläufen des IPCC erforderlich sind, nicht angemessen angewendet worden.“ Damit räumte der Weltklimarat erstmals offiziell einen Fehler in einem seiner bisher vier Berichte zum Klimawandel ein. Das IPCC reagierte damit auf Presseberichte, denen zufolge die Prognose für das Verschwinden der Himalaya-Gletscher binnen 25 Jahren nicht haltbar ist.

Otmar Edenhofer, Chefökonom und Vize des Potsdam Instituts für Klimafolgenforschung, nannte die Zahl 2035 „absurd“ und fügte an, dass die Aussage über den Zeitrahmen der Gletscherschmelze auch nicht zentral für die Handlungsempfehlungen des IPCC gewesen sei.

Edenhofer erläuterte, dass die betreffende Aussage zur Gletscherschmelze aus einer Quelle der „grauen Literatur“ stamme. Das seien Arbeiten, die nicht in begutachteten wissenschaftlichen Fachjournalen veröffentlicht werden, wie etwa Berichte der Weltbank. Im IPCC sei bereits auf das Problem reagiert worden, indem die Standards für die Heranziehung grauer Literatur erhöht und die Kommunikation zwischen den Arbeitsgruppen und Task Forces des IPCC verbessert worden sei.

Unterdessen bekräftigte der Chef des UN-Klimasekretariats in Bonn, Yvo de Boer, auf der Weltklimakonferenz in Kopenhagen sei „nicht genug erreicht“ worden. De Boer zeigte sich skeptisch, ob auf der nächsten Konferenz in Mexiko-City ein rechtlich verbindliches Abkommen für den Klimaschutz erreicht werden könne. „Der Ausgang ist offen.“In der Übereinkunft von Kopenhagen haben sich die Industriestaaten bereit erklärt, bis zu 30 Milliarden US-Dollar zusätzlich zu bereits bewilligten Entwicklungsgeldern in den Ländern des Südens in den Jahren 2010 bis 2012 bereitzustellen.



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