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Erneute Absage?

Duisburger Loveparade vor dem Aus

Erstellt 23.01.10, 10:35h

Die von Berlin ins Ruhrgebiet umgezogene Loveparade droht wie schon 2009 erneut zu scheitern. Die Stadt Duisburg, wo das Techno-Spektakel am 24. Juli stattfinden soll, hat finanzielle Probleme. Nun hat sich die Landesregierung eingeklinkt.

Loveparade 2008
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Zwei Teilnehmer der Loveparade 2008 in Dortmund tragen ein skurriles Outfit. (Bild: dpa)
Loveparade 2008
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Zwei Teilnehmer der Loveparade 2008 in Dortmund tragen ein skurriles Outfit. (Bild: dpa)
DUISBURG - Wird die von Berlin ins Ruhrgebiet umgezogene Loveparade nach ihrer Absage in Bochum im vergangenen Jahr in diesem Jahr auch in Duisburg scheitern? Der Duisburger Stadtrat entscheidet am Montag, ob die Stadt bereit ist, 840.000 Euro aus ihrem Etat für die Techno-Parade am 24. Juli zu opfern. Keine leichte Entscheidung, zumal im städtischen Haushalt dieses Jahr ein Loch von 150 Millionen Euro klafft.

Während die CDU im Rat mit Steuermehreinnahmen von einer halben Million Euro durch die Loveparade rechnet, will die SPD die „absolut entbehrliche Veranstaltung“ am liebsten absagen. Darin ist sie sich einig mit Kulturdezernent Karl Janssen, der in der Loveparade nichts als „Saufen, Sex und Drogen“ ohne jeden Bezug zur Kultur sieht. Sein Credo: Eine solche, keinesfalls jugendgeeignete Veranstaltung dürfe keine Steuergelder kosten.

Das letzte Wort wird nach dem Stadtrat der Regierungspräsident in Düsseldorf haben, der über die städtischen Ausgaben wacht. Und auch Sicherheitsfragen spielen eine Rolle: Während der Loveparade auf dem Gelände des früheren Güterbahnhofs müssten der Hauptbahnhof sowie ein Abschnitt der Autobahn 59 gesperrt werden.

Landesregierung will vermitteln

Inzwischen hat sich auch die Landesregierung in den Fall eingeschaltet. Wie das WAZ-Onlineportal "Der Westen" schreibt, führt das NRW-Innenministerium derzeit Gespräche mit der Kommunalaufsicht beim Düsseldorfer Regierungspräsidium. Es soll geprüft werden, wie die Stadt Duisburg trotz Haushaltsloch die Ausgaben schultern kann.

Für nächste Woche ist ein Krisentreffen mit Vertretern der Stadt geplant. Möglich sei eventuell, dass die Loveparade mit Mitteln aus dem Wirtschaftsministerium aus einem Topf für Kreativwirtschaft finanziert werde. Weil das Ruhrgebiet 2010 Europäische Kulturhauptstadt ist, wäre ein Scheitern nach Ansicht vieler Beobachter besonders imageschädlich für die Region.

Die Loveparade, welche 1989 erstmals stattfand, war 2007 von Berlin ins Ruhrgebiet gezogen. Nach der Auftaktveranstaltung in Essen mit rund 1,2 Millionen Besuchern fand das Techno-Spektakel 2008 in Dortmund statt, dort verzeichnete man mit rund 1,6 Millionen Gästen einen Rekord. 2009 sollte eigentlich Bochum an der Reihe sein, dort sagten die Veranstalter die Parade jedoch wegen logistischer Bedenken ab. Die Stadt Essen, die bereits 2009 als möglicher Ersatzausrichter der Loveparade gehandelt wurde, hat kürzlich ebenfalls abgewunken. 2010 wäre nach 2004, 2005 und 2009 das vierte Mal, dass die Parade nicht stattfindet. (ger, bes)



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