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Kommentar zur Linkspartei

Ohne Oskar

Von Burkhard von Pappenheim, 22.01.10, 23:23h, aktualisiert 22.01.10, 23:24h

Oskar Lafontaine wird offenbar von der bundespolitischen Bühne abtreten. Jetzt sieht sich die Linke mit den harten Realitäten konfrontiert. Auch die NRW-Linken sind von den unklaren Machtverhältnissen betroffen.

Oskar Lafontaine
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Geht eine Ära zu Ende? In Kreisen der Linkspartei wird erwartet, dass Oskar Lafontaine seinen Rückzug aus Berlin verkünden wird. (Bild: ddp)
Oskar Lafontaine
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Geht eine Ära zu Ende? In Kreisen der Linkspartei wird erwartet, dass Oskar Lafontaine seinen Rückzug aus Berlin verkünden wird. (Bild: ddp)
Oskar Lafontaine wird sich offenbar für Familie, Gesundheit und das Saarland entscheiden - und gegen die Linkspartei im Bund. Nur ein paar Monate nach dem berauschenden Erfolg bei der Bundestagswahl sieht sich die Linke mit den harten Realitäten konfrontiert: Ihr Garant für gute Ergebnisse im Westen Deutschlands ist perdu, die Partei zerstritten zwischen Ossis und Wessis, Pragmatikern und Ideologen. Die Machtoptionen nehmen immer weiter ab statt zu.

Die neuste Posse aus Nordrhein-Westfalen ist dafür ein Beleg. Die zwischen Hass und Zwangsliebe schwankenden Sozialdemokraten an Rhein und Ruhr möchten eigentlich mit der Linken koalieren und die Bundespartei fände das ebenso eigentlich ganz schön. Denn nur so bestünde die Hoffnung, die Regierung des selbst ernannten Arbeiterführers Jürgen Rüttgers (CDU) und der wendigen FDP bei der Landtagswahl im Mai wenigstens in Verlegenheit zu bringen. Für die Bundespartei könnte ein Sieg in NRW den Aufbruch zur neuen Blüte einläuten. Allein: es geht nicht. Denn mit der ideologiegetrieben linken Chaostruppe in Nordrhein-Westfalen kann die SPD nicht regieren, es sei denn, sie ist von Selbstmordgedanken getrieben. Das sagt die Landesvorsitzende Kraft und seit neustem hat es auch der Bundesvorsitzende Gabriel verstanden - worauf ihm, wohl aus Gewohnheit, in Düsseldorf widersprochen wurde. Sehr seltsam.

Für die Linke ist auch die Eiszeit in NRW ein harter Rückschlag. Es reicht nicht mehr allein, dass über sie gesprochen wird. Die Entzauberung geht zumindest im Westen weiter. Wenn ein kranker Oskar Lafontaine sich zurückzieht, ist das eigentlich nur noch ein Detail.



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