Erstellt 11.01.10, 14:29h, aktualisiert 11.01.10, 14:40h
Vor allem bei der Anzahl der Prüfungen und bei den strikten Anwesenheitspflichten hatten die Studenten Änderungen an der sogenannten Bologna-Reform verlangt. Doch bislang ist in Nordrhein-Westfalen offenbar kaum etwas geschehen.
"Da die Fakultäten aufgefordert sind, bis Ende Januar entsprechende Änderungen vorzunehmen, können zu diesem Zeitpunkt noch keine konkreten Beispiele genannt werden", sagte ein Sprecher der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen. Der Diskussionsprozess in den Fakultäten solle abgewartet werden. Man lehne "überstürzte Maßnahmen" ab.
Beschlussvorlage zum Ende des Wintersemesters
An der Universität Duisburg-Essen werden derzeit "Standards und Konzepte zur Verbesserung des Studiensystems entwickelt", wie eine Sprecherin mitteilte. Nach Abstimmung mit den Fakultäten und der Zentralverwaltung wird das Rektorat voraussichtlich zum Ende des Wintersemesters eine entsprechende Beschlussvorlage bekommen.
"Bei uns werden Gespräche zwischen Rektorat und Fächern und jeweiligen Studierenden demnächst geführt, denn Veränderungen können nur in und mit den Fächern abgesprochen werden", sagte ein Sprecher der Ruhr-Universität Bochum.
Auch an der Uni Bonn wurde bisher nichts geändert. "Das Wintersemester endet am 6. Februar 2010", sagte ein Sprecher. "Da uns im Interesse der Studierenden nicht an Lippenbekenntnissen und Kosmetik, sondern an substanziellen Verbesserungen gelegen ist, sind in diesem Zeitraum keine ernsthaften Änderungen zu erwarten."
"Nach Gesprächen mit der Fachschaftenkonferenz und im Senat wurden Informationen an alle Fachbereiche gegeben, um kurzfristig Veränderungen im Hinblick auf Anwesenheitspflichten zu erreichen", sagte ein Sprecher der Uni Münster. "Dieser Prozess ist somit bereits in vollem Gang", fügte er hinzu.
Wissenschaftsminister Pinkwart erwartet zeitnah Entscheidungen über Änderungen. "Die Universitäten arbeiten derzeit mit Hochdruck und der gebotenen Sorgfalt daran, ihre Selbstverpflichtung aus Ende November einzulösen, nämlich jeden Studiengang bis zum nächsten Semester einem Bologna-Check zu unterziehen und konkrete Verbesserungsbedarfe zu ermitteln", sagte der Minister.
Auch für den Fall einer Besserung der öffentlichen Haushaltslage lehnte Pinkwart eine Abschaffung der Studiengebühren ab. "Bildung hat bei uns unabhängig von der Kassenlage Priorität, so haben unsere Hochschulen heute 25 Prozent mehr Mittel als 2005. Studienbeiträge helfen, das Studium schneller und erfolgreicher zum Abschluss zu bringen", sagte der Minister. "Ein Studienanfängerrekord und steigende Absolventenquoten belegen dies. Zudem müssen sie erst nach erfolgreichem Start ins Berufsleben zurückgezahlt werden."
Bei den Protesten hatten die Studenten auch eine Abschaffung der Gebühren gefordert. 2006 hatte die CDU/FDP-Landesregierung ein Gesetz beschlossen, wonach die staatlichen Universitäten und Fachhochschulen Studiengebühren erheben dürfen. 31 von mittlerweile 36 staatlichen Hochschulen erheben Gebühren. In der Regel müssen die Studenten in NRW 500 Euro pro Semester zahlen.
Studentenvertreter hatten auch wegen des Festhaltens an den Gebühren eine Fortsetzung der Proteste bis zur Landtagswahl am 9. Mai angekündigt. SPD, Grüne und Linke wollen die Studiengebühren wieder abschaffen. (ddp)
2010: Studenten wollen weiter protestieren
Spontan-Demo: Studenten protestieren gegen Pinkwart
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ksta.tv: Studenten- und Schüler-Demo in Köln
Reine Polemik: Studiengebühren wieder abschaffen
19.01.2010 | 15.16 Uhr | FC4ever
Warum zum Teufel sollen die Studiengebühren wieder abgeschafft werden. Jeder der seinen Meister (Brief) oder Technikerausbildung absolviert, zahlt…
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