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Asse-Debakel

Verdacht der politischen Einflussnahme

Von Irene Meichsner, 17.01.10, 15:12h, aktualisiert 13.04.10, 14:32h

Mehrere Aussagen im Fachbericht des Bundesamtes für Strahlenschutz über das Asse-Debakel wurden nachträglich verändert oder geglättet. Da liegt der Verdacht nahe, dass hier eine politische Motivation vorliegt.

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Fässer mit leicht radioaktivem Atommüll werden in Remlingen (Kreis Wolfenbuettel) im ehemaligen Bergwerk Asse II und heutigen Atommüll-Endlager in eine Einlagerungskammer gekippt. (Archivbild: ddp)
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Fässer mit leicht radioaktivem Atommüll werden in Remlingen (Kreis Wolfenbuettel) im ehemaligen Bergwerk Asse II und heutigen Atommüll-Endlager in eine Einlagerungskammer gekippt. (Archivbild: ddp)
KÖLN – So etwas nennt man „Weichspülen“: Mehrere zentrale Schlussfolgerungen im Fachbericht, den das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) zu den verschiedenen Optionen für eine Sicherung und Stilllegung des Atommülllagers Asse II verfasst hat, wurden im letzten Moment noch verändert und geglättet.

So erscheint eine Kernaussage, die nun auch über das Internet zugänglich gemacht wurde, weniger offensiv als in ihrer ursprünglichen Fassung, die dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ vorliegt. Statt: „Mit der Umsetzung der Option Rückholung ist schnellstmöglich zu beginnen“ heißt es zum Beispiel nur noch: „Die Planungen zur Rückholung sind bis zur Ausführungsreife zu vollenden“.

Der Verdacht, dass bei der letzten Fassung politisch Einfluss genommen wurde, liegt auf der Hand. Denn BfS-Präsident Wolfram König persönlich brachte auch bei der Präsentation des Fachberichts in Hannover wieder unmissverständlich zum Ausdruck, dass schnellstmöglich mit der Rückholung begonnen werden müsse. „Wir sind gefordert, sofort loszulegen“, erklärte er bei der Pressekonferenz. Dem BfS lagen drei Optionen zur Sicherung der Asse vor: die Rückholung des radioaktiven Abfalls, die Vollverfüllung mit flüssigem und festem Material sowie das Umlagern in tiefere Schichten des ehemaligen Salzbergwerks.

In der Braunschweiger Zeitung forderte Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU), vor einer endgültigen Entscheidung müssten zunächst „einige Einlagerungskammern geöffnet und probeweise Abfallgebinde untersucht werden“. Dem wird niemand widersprechen. Sollte damit jedoch der Eindruck erweckt werden, zur Option Rückholung gebe es noch keine detaillierte Expertise, so trifft dies nicht zu.

Im 360-seitigen Gutachten des Ingenieurbüros DMT und des Tüv Nord werden die in der Schachtanlage herrschenden Bedingungen, die vorgesehenen Geräte und Handlungsoptionen - so weit möglich - beschrieben. In die geschlossenen Kammern mit Atommüll einzudringen, wäre im Übrigen zwingender Bestandteil jedes Räumungsversuchs.

www.endlager-asse.de



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