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Verletzung

Das Rätsel um Lukas Podolski

Von Christian Löer, 19.01.10, 19:39h, aktualisiert 21.01.10, 10:25h

Die Verletzung von Lukas Podolski gibt Rätsel auf. Niemand genau weiß, wie groß die Schmerzen beim Nationalstürmer sind und wann sie wieder verschwinden werden. Das Training mit der Mannschaft ist zunächst wohl ausgeschlossen.

Lukas Podolski
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Lukas Podolski (Bild: Dahmen)
Lukas Podolski
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Lukas Podolski (Bild: Dahmen)
KÖLN - Die Profis des 1. FC Köln haben am Mittwoch den Trainingsbetrieb wieder aufgenommen, Coach Zvonimir Soldo bat seine Mannschaft zu zwei Einheiten ans Geißbockheim. Auch Lukas Podolski absolvierte gestern zwei Schichten, allerdings nicht im Kreise seiner Kollegen, sondern erneut nur als prominenter Patient. Zunächst ließ er sich bei Klub-Arzt Peter Schäferhoff behandeln, anschließend setzte er den Kampf gegen die Rückenschmerzen mit FC-Physiotherapeut Dieter Trzolek fort. Eine Prognose wagte auch gestern niemand, man plant von Tag zu Tag. Training mit der Mannschaft ist zunächst wohl ausgeschlossen, ein Einsatz am Sonntagnachmittag beim Spiel in Wolfsburg mindestens unwahrscheinlich. Sollte der 24-Jährige am Freitag wieder trainieren können, käme er wohl in Frage, trotz der verpassten Trainingseinheiten.

Offen ist aber, ob Podolski überhaupt in Frage kommen will. Beim 2:3 gegen Borussia Dortmund war er in der 60. Minute vom Platz gegangen und hatte dabei extrem frustriert ausgesehen. Anschließend fragte er sich vor laufenden Kameras, ob er nicht besser pausiert hätte, anstatt ohne rechtes Vertrauen in seinen Körper ins Spiel zu gehen. Denn das hilft ja keinem. Nicht ihm, und seiner Mannschaft auch nicht.

Soldo gibt sich keine Schuld am Dilemma um Podolski. Der Spieler habe im Training einen gesunden Eindruck hinterlassen. Da konnte Soldo schwer auf Podolski verzichten, denn Alternativen zum 68-maligen Nationalspieler finden sich im FC-Kader weit und breit nicht. „Die Auswahl ist ja nicht gerade groß“, kommentierte der Trainer lapidar. Neues Personal ist jedoch schwierig zu finden, zumal in der Offensive. Denn die Kassen sind leer, der FC hat in diesem Sommer beinahe sein ganzes Geld ausgegeben für: Lukas Podolski. Und den Rest für Maniche. Der ist zwar gesund, aber auch nicht fit.

Doch wann ist ein Fußballprofi schon zu 100 Prozent fit? Auch diese Frage hat Zvonimir Soldo im Zusammenhang mit Podolski aufgebracht.

Wie stark sind Podolskis Schmerzen?

Wie stark Podolskis Schmerzen sind, das weiß nicht sein Arzt, das weiß sein Trainer nicht, das weiß nur Podolski. Und selbst dem fehlt der Vergleich: Haben andere mit vergleichbaren Schmerzen schon Fußball gespielt? Was muss ein Profi zu ertragen bereit sein? Kevin McKenna, der Kölner Kanadier, blieb am Sonntag nach einem Kopfballduell ohnmächtig liegen, doch statt seine Auswechslung hinzunehmen, sprang er von der Trage - und erzielte in der zweiten Halbzeit einen Kopfballtreffer.

Allerdings fährt McKenna in diesem Sommer auch nicht zur Weltmeisterschaft. Podolski sorgt sich auch um sein Ticket nach Südafrika. Es ist bereits das fünfte Turnier seiner Karriere, und nichts am Fußball liebt Podolski mehr als Reisen mit der Nationalmannschaft. Eine Operation würde Podolskis WM-Chance zerstören, eine verschleppte Verletzung ebenso.

Diese Aussichten bereiten Podolski Frust, und wenn er, der Mann mit dem fantastischen linken Fuß, eine fußballerische Schwäche hat, dann ist es seine Frust-Anfälligkeit. Podolski ist schon seit seiner Zeit als Jugendspieler daran gewöhnt, einer der wichtigsten Spieler der Mannschaft zu sein, meistens war er sogar der wichtigste. Die Pflicht, sich für seine Mannschaft zu opfern, ergab sich für Podolski aus der Wichtigkeit, die er als Spieler hatte. Doch in der Hinserie erzielte er nur ein Tor, blieb sein Einfluss auf das Kölner Offensivspiel oft gering. Fühlt er sich da überhaupt so unersetzlich, dass er sich trotz Verletzung auf den Platz quält? Sein Einsatz gegen Borussia Dortmund hat jedenfalls niemandem geholfen. Lukas Podolski fühlte sich nicht wohl, ihm unterliefen schwere Fehler, das war schlecht für die Mannschaft. Und auch schlecht für ihn.



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