Erstellt 27.01.10, 13:20h, aktualisiert 27.01.10, 14:48h
Nun hat Frankreich einen kühnen Vorstoß gewagt und gefordert, Burka tragende Muslima zu unerwünschten Personen zu erklären. Sie sollen aus dem öffentlichen Leben verschwinden. Sein Land könne es nicht hinnehmen, dass Frauen "als Gefangene hinter Gittern" lebten, sagte Staatschef Nicolas Sarkozy. Dies sei kein religiöses Problem, betonte er, sondern eines von Freiheit und Würde der Frau.
Was bedeutet Freiheit?
Doch genau an diesen Begriffen entzündet sich die Debatte. Denn der Begriff der Freiheit definiert sich maßgeblich über die Freiheit des Individuums und nicht über den vorgefertigten Freiheitsbegriff einer gesamten Gesellschaft. Dieser Grundsatz muss immer und für jeden gelten. Es stellt sich nun die Frage, wie unfrei und unwürdig fühlt sich eine Frau eigentlich in einem Gewand, das der Westen zum Ganzkörpergefängnis erklärt hat. Antworten darauf erhält man kaum von den Betroffenen, sondern meist von den Kritikern, die sich zugleich gerne zu Wächtern über Freiheit, Moral und Würde machen.
Frauen in Burkas aus dem öffentlichen Leben zu verdrängen, ist aber nicht nur ein Verstoß gegen den Freiheitsbegriff, der ironischerweise in Europa nirgendwo so euphorisch zelebriert wird wie bei den Franzosen. Ein Verbot würde zudem jegliche Bemühung unterlaufen, Muslime besser in die Gesellschaft zu integrieren. Was sollen Frauen in Burkas tun, die nicht mehr in den Supermarkt gehen dürfen oder denen es verwehrt wird, ein paar Briefmarken zu kaufen, nur weil sie ihre Überzeugung offen zu Schau tragen? Eine vorgeblich Gefangene würde von Staatswegen eingekerkert, das Heim würde zum Privtknast, zu einem Ort ohne Zugriff, in dem die gefürchtete Radikalisierung besser gedeihen kann als irgendwo sonst.
Obendrein schafft sich Frankreich ein bürokratisches Problem. Denn wer soll ein solches Verbot überwachen? Die Gendamerie ist nicht überall. Soll es eine Hotline geben, bei der man melden kann, wenn gerade ein "Ganzkörpergefängnis" durch den Arc de Triomphe wandelt? Das zumindest hätte etwas von Denunziation. Eine seltsame Vorstellung in einem Land, das Freiheit zum Staatsmotto erkoren hat.
Kommt drauf an
13.10.2010 | 13.12 Uhr | Moneypennie
Es geht um den Blickwinkel. Frankreich ist keineswegs ein religöses Land. Weder christlich noch sonstwie. Es herrscht Religionsfreiheit, aber Staat…
Herr Parth
14.07.2010 | 11.12 Uhr | SchmitzeJupp
Im Zusammenhang mit Islam und seinen unfassbaren Geboten den Begriff Freiheit zu erwähnen, das ist schon ein Hohn, ein Schlag ins Gesicht all jener,…
Pinguin
01.02.2010 | 14.39 Uhr | Kalter Kaffee
Die Pinguine waren schon immer die Nonnen. Basta!
Burkaträgerinnen aber werden nur selten mal Briefmarken kaufen. In der Regel haben diese Frauen…
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige

Frankfurter Rundschau
Regierungschef Papademos - "Griechenland steht am Ground Zero"Fußball - Hertha Berlin feuert Trainer Skibbe

EXPRESS
20 Jahre nicht bewegt - Der Rätsel-Käfer von der KöHoffen auf Sieg gegen HSV - Kumm FC, loss mer fiere!

Spiegel Online
S.P.O.N. - Helden der Gegenwart: Herr Wulff, greifen Sie zum Hörer!Fotostrecke: Königin der Soul-Diven