Von Kirsten Boldt, 24.01.10, 19:50h
Auch die Zahl interessierter Jahrespraktikanten sinke. Von 120 Stellen konnten erstmals nur noch 80 besetzt werden. Dem Träger KölnKita gGmbh geht es nur wenig anders. „Vor einem Jahr war es kein Problem, eine Stelle qualifiziert zu besetzen“, sagt Fachberaterin Begona Talegon.
Dass Köln ein starker Mangel droht, dafür sprechen Berechnungen. Allein um bis 2013 den U3-Bereich auf 10.200 Plätze ausbauen zu können, „brauchen wir 517 neue Mitarbeiterinnen“, sagt Jugenddezernentin Agnes Klein. Dazu müsse die jährliche Fluktuation von 331 Mitarbeiterinnen in den Kindertagesstätten gerechnet werden: „Wir brauchen in den kommenden vier Jahren insgesamt 1842 Erzieherinnen.“
Diesen Bedarf können die Kölner Ausbildungsschulen derzeit nicht decken. „Sie entlassen nur 1057 auf den Markt“, so Klein. „Es werden uns also rund 800 Erzieherinnen fehlen.“
Gegenmaßnahmen habe die Jugendverwaltung schon ergriffen. „Zum einen versuchen wir, Fachkräfte aus dem Ruhrgebiet abzuwerben. Köln ist ja eine attraktive Stadt. Doch alle anderen Städte suchen auch.“ Zum anderen werde derzeit in einer Arbeitsgruppe mit den Ausbildungsstätten darüber gesprochen, wie die Kapazitäten erhöht werden können.
Das Berufskolleg Weinsbergstraße ist dafür offen. „Jährlich entlassen wir zwischen 90 und 100 Erzieherinnen auf den Markt“, sagt Schulleiter Dieter Kesting. „Wir möchten gerne einen weiteren Kursus anbieten, um die Zahl zu erhöhen. Dazu brauchen wir aber auch mehr Lehrer vom Land.“ Für Kinderpflegerinnen, die sich zu Erzieherinnen weiterqualifizieren, bietet das Kolleg bereits zwei Kurse an. „Diese dreijährige Ausbildung bindet jedoch Lehrkräfte, die uns dann woanders fehlen. Wenn das Land gesetzliche Vorgaben zur Qualifizierung macht, dann muss es auch die Bedingungen dafür schaffen.“
@RainerHohn
25.01.2010 | 11.35 Uhr | JürgenS
die Ursache für den Mangel an Fachkräften liegt natürlich an den Missständen selbst und nicht an dem der darauf hin weist.
Was wollen sie mit…
Danke, Bsirske!
24.01.2010 | 22.59 Uhr | RainerHohn
Dank des von verdi im vergangenen Jahr angezettelten unerträglichen Streiks, der in Wahrheit dem sehr eigennützigen Ziel der Mitgliedermehrung…
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