Von Oliver Görtz, 25.01.10, 17:04h
„Neben innerem und äußerem Grüngürtel gibt es im Umland einen dritten Grüngürtel, den etwa die Ville oder das Bergische Land bilden. Die Korridore sollen grüne Verbindungsachsen zwischen äußerem und drittem Grüngürtel sein“, erklärt Joachim Bauer, Abteilungsleiter im Amt für Landschaftspflege und Grünflächen. Grüne Gürtel und Korridore sollen durch ein Fuß- und Radwegenetz miteinander verbunden, vorhandene landschaftliche Strukturen wie etwa Bäche revitalisiert werden. Damit soll die Natur am Wegesrand „für den Erholungssuchenden erlebbar“ gemacht werden, heißt es aus der Verwaltung.
Der vom Aachener Weiher stadtauswärts fließende Lindenthaler Kanal ist Teil eines der Korridore. „Hier werden wir vor allem das Wasser sanieren“, sagt Bauer. Der Kanal, der kaum fließt, leidet unter zu hoher Nährstoffzufuhr, zum Beispiel durch Fäkalien oder lange auf der Wasseroberfläche dümpelndes Laub. „Wir müssen das Wasser mit Sauerstoff anreichern“, erklärt Bauer.
Nicht weit entfernt beginnt der nächste Korridor mit dem Namen „Belvedere Park“. Der Bereich zwischen Lindenthal und Junkersdorf mit dem alten Bahnhof Belvedere unweit des Max-Planck-Instituts soll ein Landschaftspark werden. „Wir stellen vier stählerne Aussichtstürme zwischen einem und vier Metern Höhe auf, von denen aus man einen herrlichen Blick auf Köln hat“, sagt Bauer. Zudem werden dort entlang von Rad- und Fußwegen „Blühstreifen“ angelegt: insgesamt fünf Meter breite, hübsch bepflanzte Bereiche, die auch Lebensraum für Insekten und andere Tiere sein sollen.
Der Nüssenberger Busch im linksrheinischen Kölner Norden steht ebenfalls auf der Arbeitsliste der Landschaftsplaner. Rund zwei Kilometer Rad- und Fußwege entstehen hier. „Man soll einmal mit dem Rad vom Klingelpützpark über Blücherpark, Pesch, Nüssenberger Busch und Kloster Knechtsteden bis nach Zons fahren können“, sagt Bauer, der wie bei allen Korridoren für die Arbeiten in Köln verantwortlich ist. Jenseits der Stadtgrenze übernehmen seine Kollegen der Nachbargemeinden.
Auch des Sorgenkindes Frechener Bach nehmen sich die Planer an. „Mit dem alten Betonbett wurde der Bach vergewaltigt“, zürnt Bauer. Das Gewässer soll wieder in sein natürliches Bett gehoben werden und wie früher von der Ville fließen und im Stadtwald versickern. Dazu wird an der Stadtbahn-Haltestelle Marsdorf ein fünf Meter hohes Wasserrad installiert, das den Bach in ein erhöhtes Bett fördert, damit er ein ausreichendes Fließgefälle hat.
Im Rechtsrheinischen wird bald die Strunde wieder zutage treten, die einst in Mülheim in den Rhein floss und heute bereits in Buchheim in unterirdischen Kanälen verschwindet. Entlang des Flüsschens werden „Lupenräume“ angelegt: Themenareale wie ein Wasserspielplatz in Buchheim oder erklärende Beschilderungen im Wald unweit der Autobahn 3, wo die Strunde per Aquädukt über den Faulbach geleitet wird. „Die Korridore werden keine durchgehenden Parkanlagen, haben aber ein durchgehendes Wegenetz“, sagt Bauer. Mit ihnen sollen Bereiche mit naturnahen Verbindungsachsen bis weit ins Kölner Umland geschützt werden. Bauer: „Denn vor allem dort findet derzeit Gewerbe- und Siedlungswachstum statt. Deshalb müssen wir schon jetzt diese Räume freihalten von Bebauung.“
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