Von Norbert Ramme, 25.01.10, 17:01h
„Die prämierten Projekte zeigen, welche Perlen aus alten Wohngebäuden werden können, wenn man es gut macht. Wirtschaftlichkeit und Qualität sind auch bei Umbauten keine Gegensätze“, sagte Rainer Bomba, Staatssekretär im Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, als er in der Vorwoche in Essen die Urkunde an das GAG-Vorstandsmitglied Kathrin Möller überreichte. Schließlich habe die Wohnungsbaugesellschaft, so hieß es im Votum der Jury, „die denkmalgeschützten Wohnanlagen der 1920er Jahre überzeugend saniert“ - und das zu tragbaren Kosten. Besonders gelobt wurde, dass die GAG bei beiden Projekten einerseits bis in kleinste Details hinein eng mit dem Denkmalschutz zusammengearbeitet hat, andererseits auch stets die jeweiligen Mieter oder Mieterräte in die Planungen mit einbezogen hat.
So sind im Bereich der Siedlung „Blauer Hof“ - zwischen Kasseler Straße, Dortmunder Straße, Hertzstraße und Waldecker Straße - 200 Wohnungen saniert und dabei die Original-Fassaden - weiß mit roten Sprossenfenstern zur Straße, blau abgesetzt zum Innenhof hin - wieder hergestellt worden. Mit der noch im Bau befindlichen Gestaltung des Innenhofes mit Grünflächen und Spielplatz über einer Tiefgarage wird die ursprüngliche Idee der Architekten Wilhelm Riphahn und Caspar Maria Grod aus den 1920-Jahren wieder aufgenommen: „Gesundes Wohnen in hellen Wohnungen mit Zugang zur Natur.“
Ein ähnliches Konzept gilt auch für die Germania-Siedlung, die von der GAG im Bau-Boom nach dem Ersten Weltkrieg zwischen 1920 und 1928 auf dem brachliegenden Gelände der früheren Eisenhütte „Germania“ - diese war von 1882 an mit drei Hochöfen zehn Jahre lang in Betrieb - errichtet wurde. Die damals renommierten Kölner Architekten gaben den Wohnblocks mit mehr als 1500 Wohnungen und 17 Ladenlokalen ihren unverwechselbaren Charakter: dreieckige und sechseckige Erker, Türeinfassungen mit runden oder spitzen Ornamenten. „Diese Vielfalt der Gestaltungsmerkmale zu erhalten, war die besondere Herausforderung bei der Sanierung“, sagte Architekt Scherer. „Wir haben sogar in vielen Hausfluren die Fliesen für die Wandverkleidungen in den Originaltönen nachbrennen lassen.“
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