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Nach FC-Sieg

Erfolg der Gemeinschaft

Von Christian Löer, 25.01.10, 21:19h, aktualisiert 30.01.10, 18:48h

Ohne die Stars Podolski und Novakovic triumphiert der 1. FC Köln beim Deutschen Meister in Wolfsburg. Der Erfolg zeigt, dass die Kölner Mannschaft als Kollektiv funktionieren kann - wenn jeder für jeden läuft.

Zvonimir Soldo
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Eine Art Ausbruch: FC-Trainer Zvonimir Soldo freut sich offensiv über den Sieg seiner Kölner beim VfL Wolfsburg. (Bild: dpa)
Zvonimir Soldo
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Eine Art Ausbruch: FC-Trainer Zvonimir Soldo freut sich offensiv über den Sieg seiner Kölner beim VfL Wolfsburg. (Bild: dpa)
KÖLN - Der Kölner Grüngürtel ist am Montagmorgen ein Märchen in Weiß, und auf dem schneebedeckten Trainingsplatz des 1. FC Köln am Geißbockheim schindet Assistenztrainer Michael Henke die Ergänzungsspieler. „Die brauchen das“, kommentiert der Fußballlehrer am Ende einer beinahe zweistündigen Einheit. Weil Chefcoach Zvonimir Soldo bei der Trainertagung in Stuttgart, weilt, befasst sich Henke mit der Nachbereitung des sonntäglichen 3:2-Erfolgs beim VfL Wolfsburg. Die Kölner Stammspieler haben es bei einer kurzen Lockerungseinheit belassen dürfen, die Reservisten tragen ihr frostiges Schicksal nach anfänglichem Maulen mit Fassung. „Hinterher sind sie dann froh, dass sie ordentlich was getan haben“, findet Henke. Erst nicht spielen zu dürfen und als Lohn dafür eine Extraschicht im Schnee - dass seine Leute nicht in den Streik treten, deutet Henke als gutes Zeichen: „Das spricht für unseren Kader“, sagt er.

In Wolfsburg haben die Kölner trotz des Fehlens ihrer prominentesten Spieler gewonnen - oder gerade deshalb? Die Verantwortlichen gaben sich hinterher jedenfalls alle Mühe, den Sieg als Erfolg des Kollektivs zu verstehen. Lukas Podolski (Rückenbeschwerden) und Milivoje Novakovic (Grippe) soll jedes Türchen zurück ins Team offen gehalten werden. „Wenn Lukas und Nova zurück kommen, werden wir noch stärker sein“, sagte Soldo bereits am Sonntag.

Bemerkenswert war, dass den Kölnern nach nur zehn Hinrundentreffern in Wolfsburg bereits die Rückrundentore drei bis fünf gelangen. Nachdem Kevin Pezzoni (7.) eine einstudierte Eckballvariante am kurzen Pfosten zum 1:0 genutzt hatte, bekamen die mitgereisten Kölner Fans gar zwei echte Stürmertreffer zu sehen: Erst erzielte Freis auf Pass von Taner Yalcin das 2:1, nach dem erneuten Ausgleich besorgte Chihi den 3:2-Siegtreffer. Beim 2:3 gegen Dortmund zum Rückrundenauftakt hatten noch die Innenverteidiger Kevin McKenna und Youssef Mohamad für die Tore sorgen müssen - obwohl Podolski und Novakovic in der Startelf gestanden hatten. Oder eben: Weil.

Doch abgeschrieben ist der erhoffte Kölner Traumsturm längst nicht. Zu offensichtlich sind die Gründe für die enttäuschende Zwischenbilanz der Kölner Stürmer. Novakovic spielte in der Hinrunde nach verpasster Sommervorbereitung außer Form, zum Rückrundenstart war nun Podolski malad. Wegen Verletzungen und Verpflichtungen mit ihren Nationalmannschaften absolvierten beide Spieler extrem wenige gemeinsame Trainingseinheiten. Und obgleich es bislang nie zu offenem Streit der Alphastürmer kam, gelten beide abseits des Platzes nicht unbedingt als die besten Freunde. Unter dem Versuch, Podolski und Novakovic bei laufendem Spielbetrieb zu einer funktionierenden Einheit werden zu lassen, hat die gesamte Kölner Offensive gelitten.

Mit Teamwork zum Sieg

Doch am Sonntag stand eine Kölner Mannschaft auf dem Platz, in der nicht alle für die zwei da vorn, sondern jeder für jeden arbeitete. „Die Spieler haben bewiesen, zu was sie in der Lage sind. Sie haben die Verantwortung für die Offensive nicht so sehr an die Spieler in der Sturmspitze abgegeben.“ Und sie haben 90 Minuten lang gekämpft. „Wir haben in der Vorbereitung intensiv gearbeitet. Die Mannschaft ist körperlich sehr gut drauf“, sagt Henke.

Podolski setzte am Montag seine Therapie fort, Novakovic wurde beim Internisten untersucht. Welcher der beiden am Samstag (15.30 Uhr, Commerzbank-Arena) bei Eintracht Frankfurt spielen kann, ist offen. Immerhin haben die Kölner mit dem Sieg in Wolfsburg den Wanderpokal für die schwächste Offensive der Ersten Liga abgegeben: Mit 15 Saisontoren stehen sie nun immerhin schon vor dem 1. FC Nürnberg (13).



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