Von Tobias Kaufmann, 25.01.10, 22:37h
In London dagegen fühlen sich 72 Prozent der befragten Muslime als Briten. 40 Prozent fühlen sich von der Mehrheitsgesellschaft als Mitbürger gleicher Nationalität anerkannt - in den deutschen Großstädten geht es nur elf Prozent so. Dieses Ergebnis des Vergleichs von elf europäischen Metropolen bestätigt eine These, die nichts Neues ist: Deutschland hinkt bei der Integration hinterher. Entsprechend reflexartig fordern die Macher der Studie mehr Toleranz und mehr Bemühungen des Staates. Als Antwort darauf, dass die „gefühlte religiöse Diskriminierung“ zugenommen habe, empfehlen sie, mehr offene Religiosität zuzulassen.
Das verschleierte Plädoyer fürs Kopftuch ist nicht die einzige Unschärfe der Untersuchung. Wie viele Zuwanderer sich als Deutsche oder Briten identifizieren, hängt davon ab, wie viele tatsächlich einen deutschen oder britischen Pass haben. Insofern ist der Identitätsbefund vor allem ein Abbild des Staatsbürgerschaftsrechts. Es wäre zu viel verlangt, dass sich ein Berliner Moslem als Deutscher fühlen soll, obwohl er keiner ist.
Übrigens ergab im Mai 2009 eine Studie des Gallup-Instituts, dass die Muslime in Deutschland besonders staatsfreundlich sind. 40 Prozent empfanden eine enge Bindung zur Bundesrepublik, bei den Nicht-Muslimen waren es nur 32 Prozent. Welcher Studie Sie glauben möchten, überlassen wir ganz Ihnen.
| JETZT BESTELLEN! 4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%. |
|
Anzeige

Frankfurter Rundschau
Förderung gedeckelt - Billig-Solar soll Vorrang bekommenGefährliche Plagiate - Schmutzige Tricks

EXPRESS
Kurioser Unfall - A1: Dönerspieße fliegen über Leitplanke - vier Verletzte!25-Tonnen-Kadaver - Belgier machen Biosprit aus Pottwal

Spiegel Online
Gregor Gysi: "Antifaschistischer Widerstand darf nicht verfolgt werden"Krise des Bundespräsidenten: Die drei größten Gefahren für Wulff