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Kommentar zur Integrations-Studie

Muslime unter der Lupe

Von Tobias Kaufmann, 25.01.10, 22:37h

Die Integration von Muslimen in Berlin gelingt – auf Kiez- und Stadtebene. Als Deutsche fühlen sich die Berliner Muslime deswegen aber noch lange nicht. Eine neue Studie beweist, was nicht neu ist: Deutschland hinkt bei der Integration hinterher.

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Die meisten Muslime in Deutschland identifizieren sich mit ihrem Kiez - nicht aber mit dem Land, in dem sie leben. (Symbolbild: rtr)
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Die meisten Muslime in Deutschland identifizieren sich mit ihrem Kiez - nicht aber mit dem Land, in dem sie leben. (Symbolbild: rtr)
Berliner ja, Deutsche nein. Einer Studie des Londoner Open Society Institutes zufolge identifizieren sich die meisten Muslime in der Hauptstadt zwar mit ihrem Kiez, nicht aber mit dem Land, in dem sie leben. Nur ein Viertel derjenigen, die für die Untersuchung „Zuhause in Europa - Muslime in Europa“ in Berlin oder Hamburg befragt wurden, fühlen sich demnach als Deutsche. 70 bis 80 Prozent fühlen sich aber ihrer Stadt und dem Stadtteil zugehörig.

In London dagegen fühlen sich 72 Prozent der befragten Muslime als Briten. 40 Prozent fühlen sich von der Mehrheitsgesellschaft als Mitbürger gleicher Nationalität anerkannt - in den deutschen Großstädten geht es nur elf Prozent so. Dieses Ergebnis des Vergleichs von elf europäischen Metropolen bestätigt eine These, die nichts Neues ist: Deutschland hinkt bei der Integration hinterher. Entsprechend reflexartig fordern die Macher der Studie mehr Toleranz und mehr Bemühungen des Staates. Als Antwort darauf, dass die „gefühlte religiöse Diskriminierung“ zugenommen habe, empfehlen sie, mehr offene Religiosität zuzulassen.

Das verschleierte Plädoyer fürs Kopftuch ist nicht die einzige Unschärfe der Untersuchung. Wie viele Zuwanderer sich als Deutsche oder Briten identifizieren, hängt davon ab, wie viele tatsächlich einen deutschen oder britischen Pass haben. Insofern ist der Identitätsbefund vor allem ein Abbild des Staatsbürgerschaftsrechts. Es wäre zu viel verlangt, dass sich ein Berliner Moslem als Deutscher fühlen soll, obwohl er keiner ist.

Übrigens ergab im Mai 2009 eine Studie des Gallup-Instituts, dass die Muslime in Deutschland besonders staatsfreundlich sind. 40 Prozent empfanden eine enge Bindung zur Bundesrepublik, bei den Nicht-Muslimen waren es nur 32 Prozent. Welcher Studie Sie glauben möchten, überlassen wir ganz Ihnen.



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