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Abschieds-Tänze

Drei Mariechen, ein Trainer und ein Gerücht

Erstellt 25.01.10, 20:57h

Jeckes Ende: Drei Mariechen aus den Traditionskorps sind derzeit mit ihren Tanzoffizieren auf närrischer Abschiedstournee. Die Korps wollen ihren Tänzerinnen einen tollen Abschied bereiten - mit Spalier im Gürzenich.

Tanzmariechen
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Diese drei Tanzmariechen hören nach der Session definitiv auf: Sonja Hoffmann von der KG Treuer Husar, Katrin Basinki von den Altstädtern und Sandra Burrenkopf von den Blauen Funken (v.l.). (Bild: Worring)
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Diese drei Tanzmariechen hören nach der Session definitiv auf: Sonja Hoffmann von der KG Treuer Husar, Katrin Basinki von den Altstädtern und Sandra Burrenkopf von den Blauen Funken (v.l.). (Bild: Worring)
Aschermittwoch ist für Katrin Basinski von den Altstädtern, Sandra Burrenkopf von den Blauen Funken und Sonja Hoffmann von der KG Treuer Husar erst mal alles vorbei. „Wir geben noch mal alles und genießen unsere letzten Auftritte“, sind sich die drei einig. „Da machen wir uns noch mal richtig Spaß.“

Weitergemacht hätte vielleicht die Marie der Blauen Funken. Doch sie hatte sich im Vorjahr schon darauf festgelegt, zusammen mit ihrem Partner Oliver Scholl die Tanzstiefel an den Nagel zu hängen. „Für uns ist jetzt die Zeit gekommen. Oliver ist Vater geworden, und nach fünf Jahren bei der Luftflotte und acht Jahren bei den Funken, will ich nicht noch mal mit einem neuen Partner anfangen“, sagt Burrenkopf. „Wir hören auf dem Höhepunkt unsere Karriere auf. Außerdem bin ich inzwischen 31 Jahre alt. Da dürfen ruhig ein paar Jüngere ran.“

Durchaus jünger ist Katrin Basinski (23), die mit ihrem Tanzoffizier Marc Konrad aus beruflichen Gründen die Bühne verlässt. „Er will Medizin studieren, und ich schaffe die Zusatzbelastung neben meinem Job als Versicherungskauffrau einfach nicht mehr.“

Schade eigentlich, denn in dieser Session begeistert das Altstädter-Paar mit einem ganz neuen Tanz. Basinski: „Das ist unser Abschiedsgeschenk fürs Publikum.“ Ein solches werden die Tänzer von ihrem Korps noch erhalten. „Beim letzten Auftritt gibt es ein Spalier im Gürzenich“, kündigen die Altstädter an, und die Blauen wollen ihrem Tanzpaar bei der Kostümsitzung am 5. Februar im Sartory „Tschüs“ sagen. „Beim Rosenmontagszug weinen die dann durch“, glaubt „Werbefachmann“ Bernd Stelter , der zufällig den Geschichten der Mariechen im Foyer des Kristallsaals lauschte.

Die Abschiedszeremonie haben Sonja Hoffman und Thomas Löbach vom Treuen Husaren schon hinter sich. Die beiden - noch in diesem Jahr steht die Hochzeit an - wurden jetzt bei der Prunksitzung im Pullman-Hotel mit einer Ägypten-Reise beschenkt. Die wollen sie so schnell wie möglich antreten, denn die Hochzeitsreise ist schon fest geplant - nach Mauritius. „Ich würde alles wieder genauso machen“, sagt Hoffmann (32) rückblickend. Seit 20 Jahren tanzt sie auf den Bühnen - ohne Verlust an Charme und Schönheit. Über die Jugendgruppe der Kammerkätzchen und Kammerdiener und die Zunftmüüs ist sie vor sieben Jahren zu den Husaren gekommen. „Ich hab nie Ärger gehabt. Immer nur Spaß.“ Beide wollen weiter in ihrem Korps aktiv bleiben. Er wird in der Reihe mitschunkeln.

Und sie? „Ich werde erst einmal Offiziersfrau“, sagt Hoffmann und lacht. Da außer diesen drei Paaren auch Hubert Michels , der Tanzoffizier der Ehrengarde, aufhört und für die grün-gel be Regimentstochter Stefanie Zander ein neuer Partner gesucht werden muss, kommt auf Tanztrainer Jens Hermes (43) nach der Session reichlich Arbeit zu. Als Nachfolger von Ballettmeister Peter Schnitzler hat der ehemalige Tanzoffizier der Blauen Funken (im Hauptberuf: Marketingdirektor) das Training von sechs Tanzpaaren der Traditionskorps übernommen. Von Ostern an wird regelmäßig zweimal pro Woche geprobt, in der heißen Phase vor der Session ist Hermes „siebenmal die Woche“ als Trainer gefordert - und das neben seinem eigentlichen Job. Über mögliche Neulinge bei den Korps ist bislang nicht geredet worden. Hermes: „Das hat wirklich noch Zeit.“ Erstmals hat er in dieser Session eine größere Gruppe betreut. So hat er die Choreografie für den Vorstandstanz der Ehrengarde erarbeitet und einstudiert. Dafür gab er sein bisheriges Engagement im Ballett der Cäcilia Wolkenburg an der Oper auf. „Schließlich hab ich auch noch die Jungs trainiert.“ Gemeint sind die Cologne Tigers, fünf weitere Ex-Tänzer - Marcus Müller (Prinzen-Garde), Peter Pick (Rote Funken), Curt Rehfus (Ehrengarde) sowie Stefan Schadek und Marcel Krahforst (beide Blau-Gold) -, mit denen Hermes am Sonntag bei der Damensitzung der Bürgergarde Blau Gold selbst über die Bühne wirbelte zum „Eye of the Tiger“-Hit und einem Michael-Jackson -Medley. Da herrschte Kreisch-Alarm im Saal - wie bei einer Boygroup.

Seit einigen Wochen kursiert das Gerücht, noch ein viertes Mariechen eines Traditionskorps werde aufhören - oder besser gesagt: aufgehört werden. Die Betreffende wüsste das nämlich bislang noch nicht. Gemunkelt wurde über Verena Gondro von der Prinzen-Garde . „Ich weiß da gar nichts von. Von mir aus ist da nichts dran“, betont das Mariechen auf Nachfrage. Auch Garde-Präsident Kurt Stumpf dementiert ganz heftig. „Wir sind mit unserem Tanzpaar sehr zufrieden. Die Verena und der Lars Fröhlich bringen jedes Mal eine ganz tolle Leistung, und wir als Prinzen-Garde wollen definitiv mit beiden in den nächsten Jahren weitermachen.“



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