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Leute an Rhein und Erft

Eine Art Seifenkiste mit 130 PS

Von Susanne Neumann, 26.01.10, 16:38h

Maximilian Krus besitzt seit vier Jahren einen Flachkäfer. Der Wesselinger hat den Wagen zusammen mit seinem Sohn wieder flott gemacht und fährt nun hin und wieder Rennen mit dem Gefährt.

Maximilian Krus
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Durchs Seitenfenster klettert Maximilian Krus in seinen Flachkäfer rein und auch wieder raus, eine Tür ist nicht drin. (Bild: Neumann)
Maximilian Krus
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Durchs Seitenfenster klettert Maximilian Krus in seinen Flachkäfer rein und auch wieder raus, eine Tür ist nicht drin. (Bild: Neumann)
Sven Krus
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Sohn Sven Krus ist dabei, wenn der Vater am Flachkäfer schraubt, und vertritt ihn auch bei Rennen. (Bild: Neumann)
Flachkäfer
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Der aufgemotzte Lancia-Motor hat 130 PS. (Bild: Neumann)
Sven Krus
Flachkäfer
Brühl - Nur noch das runde Dach erinnert an den VW-Käfer. Vom Rest der Karosserie wurde es abgesägt und sitzt nun auf einem Gefährt, das sich „Flachkäfer“ nennt. Seitenteile und Motorhaube bestehen aus dünnem Aluminiumblech und glasfaserverstärkten Kunststoff - auf den ersten Blick erinnert das zitronengelbe Konstrukt im grünen Sicherheitskäfig an eine Seifenkiste. Ist es aber nicht.

Im Heck steckt eine aufgemotzte 1,3 Liter Fiat / Lancia-Maschine aus einem Sportwagen der 70er Jahre, einem Fiat X1 / 9 - getunt von ursprünglich 75 auf gut 130 Pferdestärken. Das Renngetriebe wurde an den Motor angepasst und erlaubt superschnelles Schalten. Über die erreichbaren Drehzahlen schweigt sich der Besitzer jedoch aus: „Glaubt mir eh keiner.“

Der Rennwagen gehört Maximilian Krus aus Wesseling. Im Jahre 2006 ersteigerte sich der gelernte Kfz-Mechaniker und Lackierermeister seine Freizeitbeschäftigung für 2750 Euro bei Ebay. In seinem eigenen Betrieb, einem Lackierzentrum in Brühl, hat er den Wagen komplett zerlegt und wieder zusammengebaut und schraubt seitdem nach Feierabend und an Samstagen daran herum. Sein Sohn Sven Krus, 28 Jahre alt und ebenfalls Kfz-Lackierer, ist mit von der Partie.

Nur Teile original

Seit 2007 startet der Flachkäfer bei Rennen zur Südwestdeutschen Auto-Cross-Meisterschaft. Flachkäfer sind als Spezialtourenwagen klassifiziert, bei denen lediglich ein Teil der Karosserie und die Bodenplatte original sein müssen. Ansonsten können alle Änderungen vorgenommen werden, die die Leistung oder die Fahreigenschaften des Fahrzeugs verbessern.

„Das Auto hat uns schon viel Schweiß und Arbeit gekostet“, fasst der 53-jährige Krus zusammen. „Aber ich habe den Ehrgeiz, aus Schrott wieder etwas zu machen.“ Die BMW-Felgen hat er verkehrt herum auf die Schraubenkränze der Räder geschweißt.

Besonders stolz ist Krus auf die Stoßdämpfer von Proflex. „Die hätten andere auch gerne“, lacht er. 675 Euro pro Stück hat er sich die kosten lassen. Insgesamt, so überschlägt Krus, habe er nach dem Kauf noch mal rund 3000 Euro in das Auto gesteckt. 670 Kilogramm wiege der Wagen im Moment. „Eigentlich zu viel“, erklärt Krus. Andere kämen auf unter 600 Kilo. Einen Geschwindigkeitsanzeiger gibt es nicht im Wageninneren, in dem nur das Allernötigste steckt. Auf der Cross-Strecke zu bleiben und möglichst weit vorne durchs Ziel zu fahren - darum geht es bei den Rennen. Krus: „Das Ankommen ist das Schwierigste.“

Lange hat sich Krus damit herumschlagen, dass bei jedem Rennen das Getriebe kaputtging. „Alles hab ich ausgewechselt.“ Bis er auf Verdacht eine neue Schwungscheibe eingebaut habe. Und seitdem hat sein Flachkäfer auch alle Rennen durchgehalten.

Der Fahrer nicht: Im Sommer 2008 war für Maximilian Krus erst mal Schluss mit dem Fahren. Drei Bandscheibenvorfälle und kaputte Knie zwangen ihn zu pausieren. Sohn Sven stieg bei den Rennen in die Kiste - und auch, wenn es galt, den Wagen auf einer Schotterstrecke zu testen.

Erst im Oktober vergangenen Jahres fühlte sich Krus selbst wieder fit genug - für das letzte Rennen des Jahres. In Krautscheid in der Eifel landete er im Mittelfeld. Krus: „Das hat wieder so richtig Spaß gemacht, obwohl ich Schmerzen hatte.“

Ob er auch noch andere Hobbys habe? „Ja, Oldtimer und meine Frau“ schmunzelt der 53-Jährige. Vor vier Jahren heiratete Krus zum zweiten Mal. Auf seinem Motorrad, einer Yamaha Wild Star 1600, unternimmt er sonntags gerne Ausflüge mit seiner Frau in die Eifel.

Dass er seine Freizeit ansonsten großteils in seiner Werkstatt verbringe, sei für sie okay, versichert Krus. „Die gönnt mir das.“



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