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Falsche Zahl

Der Rhein ist kürzer als gedacht

Von Jasmin Michels, 26.01.10, 22:57h, aktualisiert 26.01.10, 23:27h

Der Kölner Biologie-Professor Bruno Kremer hat herausgefunden, dass die offiziellen Angaben über die Länge des Rheins nicht korrekt sind. Die Ursache für das Wachstum des Stroms 90 Kilometer: Vermutlich ein Zahlendreher.

Rhein
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Der Rhein in Köln. (Bild: ddp)
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Der Rhein in Köln. (Bild: ddp)
Köln - Jahrelang mussten wir als Kinder Spinat essen und das nur, weil ein Wissenschaftler bei der Berechnung des Eisengehalts eine Zahl vertauschte. Ein Zahlendreher schaffte es sogar bis in den Weltklimabericht: Viele Gletscher im Himalaya würden bis zum Jahr 2035 schrumpfen, hieß es dort. Tatsächlich gilt diese Prognose eines russischen Forschers für das Jahr 2350.

. Nun betrifft ein solcher Zahlendreher auch die Rheinländer. Aufgedeckt hat ihn der Kölner Universitätsprofessor Bruno Kremer, als er für seine Monographie über den Rhein dessen genaue Länge nachschlagen wollte. Was im Prinzip schnell erledigt sein sollte - im großen Brockhaus wie im nautischen Handbuch für Rheinsportschiffer steht es schließlich schwarz auf weiß: Der Rhein ist 1320 Kilometer lang. Auch ein Messingschild am Tomasee, der als Ursprung des Rheins gilt, bestätigt: 1320 Kilometer.

„Mit dieser Zahl habe ich mich auch zunächst zufrieden gegeben“, erzählt der Biologieprofessor. Bis er in älteren Publikationen aus den Jahren vor 1960 auf eine andere Angabe stieß: Nicht 1320, sondern 1230 Kilometer sei der Rhein lang, hieß es da. Verwirrt machte sich Bruno Kremer nun selbst daran, die Rheinlänge anhand topographischer Karten genau nachzumessen - und kam auf eine Länge von 1233 Kilometern. „Wahrscheinlich ist es ein simpler Zahlendreher, der einfach unkritisch übernommen und immer wieder kopiert wurde“, vermutet Kremer.

Irgendwann vertauschte wohl jemand die Zwei mit der Drei und machte aus 1230 Kilometern 1320 Kilometer. Alle haben mit dieser falschen Kilometerangabe gearbeitet. Der Rhein wuchs ganz offiziell und unbemerkt um 90 Kilometer. Die Kölner können gelassen bleiben: Wahre Größe lässt sich ohnehin nicht in ein paar läppischen Kilometern messen.



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