Schriftgröße

NS-Geschichte im Stadtteil

Die Spurensuche soll beginnen

Von Oliver Görtz, 28.01.10, 15:57h, aktualisiert 28.01.10, 15:58h

Das NS-Dokumentationszentrum sucht Fotos, bewegte Bilder, Texte und andere Dokumente, die sich mit der NS-Geschichte in den Kölner Stadtteilen beschäftigen. Die Ergebnisse der Spurensuche sollen abschließend der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Stadtteil Köln NS-Geschichte
Bild vergrößern
Das Jahr 1938: Bei der Feier zum 650. Jahrestag der Schlacht von Worringen hingen an den Häusern des Stadtteils Hakenkreuz-Fahnen. (Bild: NS-Dokumentationszentrum)
Stadtteil Köln NS-Geschichte
Bild verkleinern
Das Jahr 1938: Bei der Feier zum 650. Jahrestag der Schlacht von Worringen hingen an den Häusern des Stadtteils Hakenkreuz-Fahnen. (Bild: NS-Dokumentationszentrum)
Chorweiler - Ende der 30er Jahre kam auch ein gewöhnliches Volksfest nicht ohne Hakenkreuz-Fahnen aus. Im Jahr 1938 feierten die Worringer den 650. Jahrestag der berühmten Schlacht unweit ihres Stadtteils - 1288 hatten die Kölner den damaligen Erzbischof Siegfried von Westerburg in die Flucht geschlagen und ihre Unabhängigkeit vom Klerus erwirkt. Diesen Sieg begingen die Worringer vor 72 Jahren mit einem Umzug durch ihr Dorf, wie historische Fotos aus dem Bestand des NS-Dokumentationszentrums belegen. Auch Menschen in Uniformen der Nationalsozialisten, auf denen auf roten Armbinden das schwarze Hakenkreuz in weißem Kreis prangte, marschierten damals durch den Stadtteil.

Präsentation zum Abschluss

Dokumente wie diese sucht das NS-Dokumentationszentrum (NS-Dok). Durch das Projekt „Vielfalt tut gut - Ein Stadtteil entdeckt seine NS-Geschichte“ möchte das NS-Dok erreichen, dass Bürger, Initiativen, Vereine, und Schulen im gesamten Bezirk Chorweiler die Vergangenheit ihres Veedels zu Zeiten des Nationalsozialismus erforschen. Die Ergebnisse der Spurensuche werden dann zum Abschluss der Öffentlichkeit präsentiert. Das bis Ende dieses Jahres laufende Projekt, das auch von der Bezirksjugendpflege, der Sozialraumkoordination und der Genossenschaft „Fundus“ mitinitiiert wird, machte bereits Station im Bezirk Ehrenfeld, wo eine Reihe von Dokumenten gefunden, aber auch Informationsveranstaltungen organisiert wurden. Nun luden die Veranstalter Initiativen aus Chorweiler ein.

„Schüler können auf dem Dachboden ihrer Großeltern nach Fotos und Dokumenten stöbern, man kann auch in Altenheime gehen und Zeitzeugen befragen, Bürger- und Schützenvereine können ihre Chroniken durchforsten“, zählte Barbara Kirschbaum vom NS-Dok einige Möglichkeiten auf, wie man bei „Vielfalt tut gut“ vorgehen könnte. Hier gelte es „historische Schätze“ zu heben. „Manche haben sicherlich Angst, dieses Kapitel aufzuarbeiten“, weiß Kirschbaum. Sie rät jedoch, offensiv mit diesen Begebenheiten umzugehen. Denn dadurch könnten auch Themen wie Rassismus, Demokratiefeindlichkeit und Ausgrenzung generell und kritisch erkundet werden.

Bürger, Schulen und Initiativen, die sich an der Aktion beteiligen oder weitere Informationen haben möchten, können sich bei Barbara Kirschbaum melden, unter der Telefonnummer 221-26 576. Weitere Details zu der Aktion sind im Internet zu finden.

 www.nsdok.de



Den Kölner Stadt-Anzeiger im Abonnement erhalten JETZT BESTELLEN!
4 Wochen Kölner Stadt-Anzeiger zum Vorzugspreis. Sie sparen mehr als 35%.

Orte des Geschehens

große Karte

Anzeige


Anzeige


Umfrage

Mehr autofreie Zonen für Köln?
Der Platz vor der Eigelsteintorburg ist schon autofrei, nun soll der Chlodwigplatz folgen. Auch für den Neumarkt schlägt der Masterplan vor, eine Seite für den Verkehr zu sperren. Ist das sinnvoll?


Special


Anzeige




Modisch aufgefallen


Junge Zeiten


Bildergalerien


Termine

Veranstaltungssuche

 

Veranstaltungs-Tipps

Manic Street Preachers

22. April 2012,
E-Werk Köln

 

Neue ksta.tv-Videos aus Köln




Offene Schulen


Top-Links (Anzeige)



Weitere Serien


ksta shop


Aktuelle Verkehrsinfos


Service


Mein ksta.de


ksta.de auf Facebook

KSTA auf Facebook

Aktion


Aktion



Hintergrund


Stadtmenschen Community


Extra


Dienste