Von Christian Leinweber, 28.01.10, 14:48h
„Die Gruppe, die heute gewinnt, wird Deutschland in Kopenhagen repräsentieren“, so Sune Pejtersen, Organisator des Wettkampfs in Dänemark. In einem so genannten „3VS3-Battle“ traten jeweils zwei Dreiergruppen gegeneinander an, eine Jury wählte darauf die beste aus. Zum Schluss blieb von den 40 „Crews“ diejenige übrig, die mit den spektakulärsten Tanzbewegungen überzeugen konnte. Rund um das Jugendzentrum herrschte schon vor Beginn des Wettkampfs reges Treiben: Unter Anleitung der Juroren gab es in der nahen Tanzschule Mad City diverse Workshops und die Mauern der „Offenen Tür Quäker“ wurden von Sprayern verschönert. Legal, versteht sich.
Silja (23), vom Graffiti- und Jugendkunstprojekt „Mittwochs Maler, war eine der Graffitikünstler: „Einen Ort zu haben, wo man die Hip-Hop-Kultur ausleben kann, ohne kriminell werden zu müssen, ist für das Seelenleben extrem wichtig“, sagte sie. So sahen es wohl auch die Teilnehmer des Wettkampfs: Die Stimmung war entspannt, das Miteinander freundschaftlich. „Das hier ist auch eigentlich kein Wettkampf, sondern ein Zusammentreffen, ein Austausch“, so Sportstudent Shabba (23), Mitglied der Kölner Breakdance-Crew Nin10do. „B-Boying ist kein Sport. Trotzdem trainiere ich dafür jeden Tag und es ist physisch sehr anstrengend.“
Punkt 18 Uhr ging es los mit dem schweißtreibenden Wettbewerb. Die Tanzfläche wurde zum Mittelpunkt des Abends: Die Breakdancer vollzogen akrobatisch Drehungen auf dem Boden, sprangen Saltos und bewegten in Hochgeschwindigkeit ihre Beine zu den Beats der DJs. Gerade einmal fünf Minuten hatte jede Crew Zeit, sich in der Vorselektion zu beweisen. Auch die Jungs von Nin10do: „Klar, wir wollen gewinnen“, so Shabba (23), „aber noch mehr wollen wir zeigen, wofür wir trainiert haben. Es ist besser, ein gutes Battle zu verlieren, als ein schlechtes zu gewinnen.“ Nach einem „schlechten Battle“ sah die Veranstaltung nicht aus, und das mit Grund. Shabba: „FloorWars bewegt sich, was die teilnehmenden Gruppen angeht, auf einem extrem hohen Niveau.“
Das wussten auch die Zuschauer zu würdigen - die Halle kochte, die Favoriten wurden kräftig angefeuert. Und das nicht nur beim „3VS3“. Auch die gemischten Paare, die beim Stand-Up „Bonnie & Clyde“ gegeneinander kämpften, bekamen viel Applaus. „Es sind viele Individualisten dabei und die Atmosphäre ist wirklich gut“, so Stefan Mies, Organisator und Mitarbeiter des Jugendzentrums. „In einer großen Konzerthalle wäre es zu anonym.“ Nach Mitternacht stand der Sieger fest: Die TNT Crew aus Oberhausen vertritt Deutschland in Kopenhagen.
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