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Rheinuferstrasse

U-Bahn-Tunnel vor dem Aus

Von Andreas Damm und Matthias Pesch, 27.01.10, 23:55h, aktualisiert 02.02.10, 16:15h

Offenbar wird der Tunnel der neuen Nord-Süd-Stadtbahn an der Südbrücke doch nicht bis zum Rheinufer verlängert. Die Stadt müsste das Bauvorhaben ohne Zuschüsse finanzieren. Köln könnte die rund 60 Millionen Euro jedoch nicht allein tragen.

Rheinuferstraße
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Die Rheinuferstraße an der Haltestelle Schönhauser Straße. (Bild: Grönert)
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Die Rheinuferstraße an der Haltestelle Schönhauser Straße. (Bild: Grönert)
Köln - Die Chance, dass der Tunnel der neuen Nord-Süd-Stadtbahn an der Südbrücke bis zum Rheinufer verlängert wird, ist äußerst gering. Nach Informationen des „Kölner Stadt-Anzeiger“ müsste die Stadt das Bauvorhaben ohne Zuschüsse des Landes und des Bundes finanzieren. Eben diese Zuschüsse gelten aber als Voraussetzung für die Zustimmung der Politik. Aus eigener Kasse werde Köln die auf rund 60 Millionen Euro geschätzten Baukosten kaum zahlen können, heißt es im Rathaus. Es sei angesichts der Finanzkrise schwierig genug, das Geld für bereits beschlossene Großvorhaben wie den Umbau des Opernquartiers und den Neubau des Stadtarchivs aufzubringen.

In ihrem Koalitionsvertrag haben SPD und Grüne vereinbart, dass der Tunnel nur dann verlängert wird, wenn „eine maximale Förderzusage verbindlich vorliegt“. Diese Hoffnung dürfte sich nicht erfüllen. „Auf Arbeitsebene“ hätten Vertreter der beteiligten Behörden den Wunsch der Stadt abgelehnt, das Vorhaben finanziell zu unterstützen, war zu erfahren. Über diese Entwicklung will die Stadtverwaltung die Fraktionen in Kürze informieren. Im Rathaus wurde bis zum späten Mittwochabend an den Formulierungen in dem für die Politiker bestimmten Papier gefeilt. Am kommenden Montag soll sich dann der Verkehrsausschuss in einer Sondersitzung mit dem Thema befassen.

Ein weiteres Problem: Durch den Bau eines längeren U-Bahntunnels würden die Gesamtkosten für die neue Stadtbahnlinie erheblich steigen - und der volkswirtschaftliche Nutzen würde sich somit verringern. In diesem Fall drohen Land und Bund damit, ihre Fördergelder in Höhe von mehreren hundert Millionen Euro zurückzufordern. Die Gesamtkosten für die Nord-Süd-Stadtbahn werden derzeit auf eine Milliarde Euro geschätzt.

Die ursprünglichen Pläne sehen eine ebenerdige Kreuzung der Stadtbahn mit der Rheinuferstraße vor. Kritiker dieser Lösung befürchten Staus - und fordern eine andere Variante. Zuletzt hatten Regierungspräsident Hans Peter Lindlar und Oberbürgermeister Jürgen Roters angekündigt, sich für die Verlängerung des U-Bahntunnels einzusetzen.

Als eine weitere Möglichkeit ist ein Autotunnel für die Rheinuferstraße in der Diskussion. Ein solcher Trog ist nach Auffassung der Verwaltung aus städtebaulicher Sicht die schlechteste Lösung. Der Autotunnel wird von dem rot-grünen Bündnis zwar nicht ausgeschlossen; zunächst wird jedoch als Lösung vorgeschlagen, die ebenerdige Kreuzung durch kürzere Rotphasen für den Autoverkehr zu entschärfen. Das setzt die Zustimmung des Landes voraus, da für derartige Kreuzungen mittlerweile besondere Bestimmungen gelten.



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