Von Ulla Jürgensonn, 28.01.10, 18:26h
Was kann man nicht alles anfangen mit einem Quadratmeter weißer Fläche. Man kann sie komplett füllen mit einem einzigen, quadratischen Bild, wie es etwa Leopold Peer oder Maria Segschneider getan haben. Man kann sie - getreu dem Ausstellungstitel „Kunst im Quadrat“ - in kleinere, quadratische Arbeiten aufteilen. Oder man kann sie als eng begrenzte Ausstellungsfläche interpretieren und mit kleinen Arbeiten beliebiger Formate besetzen.
Bilder in CD-Hüllen
Konsequent dem Quadrat verschrieben hat sich Roswitha Ritterbach mit ihrer Arbeit „4 x 4 Kunst in der Hülle“. Nicht gerahmt oder hinter Glas zeigt sie ihre kleinen Zeichnungen und Tuschen, sondern ebenso schlicht wie effektvoll in CD-Hüllen. „Kennen wir uns?“, fragt Gisela Tschauner mit ihren Bildkästchen, die scheinbar willkürlich auf der weißen Fläche verstreut sind. Auf dem Grund der kleinen Würfel aus Folie und Transparentpapier erkennt man Gesichter. Gesichter gibt es auch bei Michael Krüger, der als Malgrund einfache Dokumentenhüllen benutzte. Ein Strichcode am Rand macht den Titel der Arbeit verständlich: „Vorratsdatenspeicher“.
Nicht ganz so strikt begrenzt wie bei den Malern sind die Möglichkeiten für Bildhauer und Keramiker. Jeder hat eine - quadratische - Säule zur Verfügung. Natürlich kann man schlicht eine Figur darauf stellen wie den „Ritter in Not“ von Uschca Calles. Der hat ein Unterteil aus Keramik, eine Mitte aus Holz, und sein Kopf ist ein Garnknäuel. Man kann die Säule aber auch aufbrechen, sie umfunktionieren zu einer Galerie im Kleinen. Dietrun Heide Diels hat das geschafft, bei ihr muss man einmal um den Kasten herumspazieren, bekommt dafür aber einen knappen Querschnitt durch ihr keramisches Schaffen geboten.
Ganz eigenwillig hat Sabine Puschmann Diegel das Quadrat interpretiert. Bei ihr wurde daraus „Kuh-A-drat“, drei witzige Kühe aus Draht und Keramik.
„Wir wollten keine thematische Ordnung“, erklärt Dr. Jenny Graf-Bicher, Vorstandsmitglied des Frechener Kunstvereins, das System der Hängung: „Wir wollten einfach Räume schön gestalten.“ Was die Organisatoren besonders freut, ist die Tatsache, dass acht der Aussteller zum ersten Mal dabei sind. Der Kunstverein hat - trotz oder wegen des schweren Fahrwassers im vergangenen Jahr, als er wegen Kosten der Grafik-Triennale am Rand des Ruins stand - eine ganze Reihe neuer Mitglieder gefunden.
Die Ausstellung „Kunst im Quadrat“ in der Kirche St. UIrich in Frechen Buschbell, Ulrichstraße 110, wird am Freitag, 29. Januar, 19 Uhr, eröffnet. Besucht werden kann sie montags bis samstags, 16 bis 19 Uhr, und sonntags, 11 bis 18 Uhr.
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