Von Matthias Pesch, 28.01.10, 20:18h, aktualisiert 02.02.10, 16:15h
27 Bäume müssten fallen
Die Stadt hat mehrere Varianten geprüft, wie die zu erwartenden Staus an der Bahnquerung vermieden werden könnten: Danach hat ein verlängerter U-Bahn-Tunnel, dem 27 Bäume zum Opfer fallen würden, im Vergleich zum sechsspurigen Ausbau der Straße oder einem Autotunnel „unbestrittene Vorteile in städtebaulicher und verkehrlicher Hinsicht“. Der Nachteil: Die Stadt müsste die Kosten von rund 57 Millionen Euro plus Planungskosten aus eigener Tasche zahlen - Zuschüsse von Bund und Land sind nicht zu erwarten. Die Gefahr, dass sich durch diese Mehrkosten der Kosten-Nutzen-Faktor des gesamten Projekts so verringert, dass bereits überwiesene Zuschüsse zurückgezahlt werden müssen, scheint dagegen gering.
Über die Planungs- und Bauzeit - zusätzlich müsste die Haltestelle Schönhauser Straße etwa 100 Meter nach Süden verlegt werden - gehen die Meinungen von Stadt und Kölner Verkehrs-Betrieben auseinander: Die Verwaltung geht davon aus, dass der zweite Bauabschnitt mit einem verlängerten Tunnel im günstigsten Fall zeitgleich mit dem ersten Abschnitt fertig sein könnte - und zwar Ende 2014. Die KVB dagegen rechnet selbst bei einer sofortigen Ratsentscheidung für den Tunnelbau mit dessen Fertigstellung erst zwischen 2016 und 2018. Die KVB hält den U-Bahntunnel zwar städtebaulich für wünschenswert, lehnt ihn aber wegen „zurzeit nicht abschließend verifizierbarer Risiken“ ab.
Grüne sehen keinen BaubedarfEine kreuzungsfreie Querung sei „eine Zukunftsentscheidung für die kommenden 50 Jahre“, wirbt Oberbürgermeister Roters für den Verwaltungsvorschlag. Es sei allerdings enttäuschend, dass Land und Bund sich an den Kosten nicht beteiligen wollten. „Wenn der Stadtbahntunnel möglich ist, werden wir ihm wohl zustimmen“, sagte auch Karsten Möring (CDU). Angesichts des Nutzens einer kreuzungsfreien Lösung seien die 57 Millionen Euro „sehr gut investiertes Geld“. Auch Ralph Sterck (FDP) begrüßt die vorgeschlagene Lösung als Beseitigung eines „Geburtsfehlers“ des Stadtbahnbaus. „Schade, dass Bund und Land uns im Stich lassen“, so Sterck.
Auch Susana dos Sontos, verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, stellt fest, dass „die Gespräche mit dem Land über eine finanzielle Förderung des Stadtbahntunnels offenbar am fehlenden Willen der Verantwortlichen in Düsseldorf gescheitert sind“. Sie hält den Tunnel für die verkehrlich beste Lösung, angesichts der prekären Haushaltssituation der Stadt und anderer zu finanzierenden Großprojekte sei aber ein „Abwägungsprozess“ notwendig.
Die Grünen bleiben laut Fraktionschefin Barbara Moritz bei ihrer Position: Sie sind überzeugt, dass die Verkehrssituation mit anderen Maßnahmen - wie etwa einem Lkw-Durchfahrtverbot oder einem Flusstaxi - so weit entspannt werden könnte, dass bauliche Maßnahmen überflüssig sind. Außerdem verweist Moritz auf den Koalitionsvertrag.
Ganz einfach
29.01.2010 | 21.24 Uhr | zwiebelfleisch
Es müssen doch nur alle Süd-Kölner in den Norden umziehen und umgekehrt, dann fällt der halbe Verkehr weg. Die Grünen können dazu doch mal einen…
@Quatschkopf68
29.01.2010 | 18.58 Uhr | JürgenS
Erklären Sie mir doch bitte mal warum eine Verkehrsampel (LZA)
eine vorsintflutliche Lösung sein soll?
In anderen Städten fährt die Straßenbahn…
Nord-Süd-Bahn
29.01.2010 | 14.59 Uhr | Hilfskraft
lese ich richtig? Die Grünen schlagen ein Flußtaxi vor? Was ist das denn?
Haben die Angst um die 27 Bäume?
Sicher, wir haben eigentlich kein Geld.…
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