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Gemälderestaurierung

Held wird vom Gelbstich befreit

Von Kathy Stolzenbach, 29.01.10, 18:05h

Das Wallraf-Richartz-Museum stellt seinen Besuchern den Prozess einer Gemälderestaurierung vor. Das 370 Jahre alte Werk „Der gefesselte Prometheus“ wird derzeit von einem Team von Fachleuten wiederhergestellt.

Gemälderestaurierung
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In einem aufwändigen Verfahren löst die Restauratorin die Firnis-Schichten von Jacob Jordaens Gemälde. (Bild: WRM)
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In einem aufwändigen Verfahren löst die Restauratorin die Firnis-Schichten von Jacob Jordaens Gemälde. (Bild: WRM)
Innenstadt - In einem solchen Zustand bekommen die Besucher des Wallraf-Richartz-Museums ein Gemälde normalerweise nicht zu Gesicht: Unter dem Titel „Prometheus bekennt Farbe“ zeigt das Haus erstmals ein nur halb fertig restauriertes Meisterwerk. Am Beispiel von Jacob Jordaens „Der gefesselte Prometheus“ stellt das Museum seinen Besuchern den Prozess einer Gemälderestaurierung vor.

Substanzerhaltung

Seit zwei Monaten arbeitet ein vierköpfiges Team von Fachleuten an dem 370 Jahre alten Werk. „Im Zentrum steht dabei die Abnahme von trüben Firnis-Schichten“, erklärt die Leiterin der Restaurierungsabteilung, Iris Schaefer. Firnis ist ein lackähnlicher Überzug aus gelöstem Harz, der dem Gemälde einen edlen Glanz und den Farben Tiefe und Leuchtkraft verleiht. Im Laufe der Zeit verändert sich jedoch die Wirkung, dann wird der Firnis zu einem Gelb-Filter, der von den Restauratoren mit Hilfe eines Lösungsmittel-Gels behutsam abgenommen wird. An dem ausgestellten Gemälde ist sehr gut zu erkennen, wo die gelben Firnis-Schichten bereits entfernt wurden.

Die Restaurierung ist das Ergebnis einer gemeinsamen Aktion der Stadt und Köln und dem Land NRW. Kulturdezernent Georg Quander äußerte sich „glücklich“ über das Landesprogramm „Substanzerhalt von Kulturgütern“ zur Reservierung und Konservierung von Kunstwerken, die vom Zerfall bedroht sind. 356 000 Euro stellte das Land für die Restaurierung zur Verfügung; der gleiche Betrag kommt aus städtischen Kassen. Neben dem Wallraf profitieren auch das Museum für ostasiatische Kunst, das Museum Schnütgen und das Rautenstrauch-Joest Museum von dem Programm.

„Das kulturelle Erbe in den Häusern muss erhalten bleiben“, findet Ingrid Stoppa-Sehlbach von der Staatskanzlei NRW. „Schön ist, dass die Besucher den Restaurierungsprozess verfolgen können und so sehen, was die Restauratoren leisten.“ Alle 50 bis 80 Jahre muss ein Gemälde restauriert werden. Auch beim „Prometheus“ sind die Spuren vergangener Restaurierungen in Form von Farbretuschen - vor allem unter UV-Licht oder dem Mikroskop - sichtbar. Sie werden soweit wie möglich reduziert. Die Restaurierung des 370 Jahre alten Gemäldes kostet 30 000 Euro. Im April sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.



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