Erstellt 29.01.10, 22:00h
Am Anfang seiner Intendanz am Kölner Schauspiel hatte Flimm übrigens durchaus mit dem Riphahn-Ensemble gehadert: Das sei nur für eine Oper ausgelegt, nicht für ein Schauspiel, hatte Flimm damals gegenüber dieser Zeitung geäußert. Die 30 Jahre alten Äußerungen schiebt der designierte Intendant der Berliner Staatsoper heute auf seinen „jugendlichen Leichtsinn“. Rückblickend sei das ein „sehr, sehr schönes Haus gewesen“. Bauliche Fehlentscheidungen hätten in Köln Tradition, er erinnere sich noch gut an die alte Kölner Oper am Rudolfplatz, schon deren Abriss sei ein großer Fehler gewesen.
Es sei unverständlich, dass die Kommunalpolitiker störrisch am Plan des Neubaus festhielten, wo doch schon der Wiederaufbau des Historischen Archivs „Milliarden kosten“ werde. Die Angst, dass der Stadt das Geld ausgehe, hält Flimm für berechtigt: „Wer sagt, es sei billiger neu zu bauen, argumentiert gegen die Geschichte der Menschheit.“
Auch die Neugestaltung des Offenbachplatzes überzeugt Flimm nicht: „Sie werten den Platz doch nicht auf, indem sie den Blick auf Krebsgasse und Parkhaus öffnen und auf der anderen Seite die Nord-Süd-Fahrt vorbeidonnert.“ Er empfinde den Platz in seiner jetzigen Form als schön. Die Argumente gegen die Sanierung des Schauspielhauses hält der scheidende Chef der Salzburger Festspiele für vorgeschoben. Er glaube nicht, dass die Sanierung zwangsläufig zu längerem Interimszeiten führt. „In meiner Hamburger Zeit haben wir die Spielzeiten gekürzt und das Haus in den Spielpausen saniert.“ (cbo)
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