Von Benjamin Jeschor, 31.01.10, 15:37h, aktualisiert 15.04.10, 08:18h
Unerwartete Wende
Lange Zeit hatte es so ausgesehen, als ob die bereits seit Jahren im Raum stehenden Missbrauchsfälle nicht bewiesen werden könnten. Erstmals hatten die Ermittler Ende 2004 davon Kenntnis erhalten. Damals musste sich Dominique O. wegen Vergewaltigung vor dem Landgericht verantworten - er wurde aber Anfang 2005 freigesprochen, da bei der 20 Jahre alten Belastungszeugin eine Persönlichkeitsstörung festgestellt wurde. Die Kammer hatte daraufhin Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit. Da die 20-Jährige behauptet hatte, dass O. ihr von dem Missbrauch an dem Mädchen erzählt habe, wurde das Kind vernommen. Damals stritt das Kind die Übergriffe allerdings noch ab.
Zur Anklage kam es jetzt, da sich die heute Zwölfjährige doch noch den Ermittlungsbehörden anvertraute. Ihre Vernehmung bei der Polizei wurde am Mittwoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Verhandlungssaal auf einer Videoleinwand vorgespielt. Das Opfer muss nun nicht mehr persönlich im Zeugenstand erscheinen. Die 31 Jahre alte Mutter des missbrauchten Kindes berichtete vor Gericht, dass sie nichts von den Übergriffen mitbekommen habe. Ihr sei zwar aufgefallen, dass sich ihre Tochter „sehr verändert“ habe. Das Mädchen habe jedoch nicht mit über die Vorfälle gesprochen. Hingegen habe O. ihr Ende 2003 „gebeichtet“, dass er das Kind „angefasst“ habe.
Details will die Mutter aber erst im vergangenen Jahr erfahren haben. Seit Januar dieses Jahres sitzt der Angeklagte wegen Verdunkelungs- und Wiederholungsgefahr in Untersuchungshaft. Nach dem Erhalt der Anklageschrift soll er versucht haben, wieder Kontakt zu der Zwölfjährigen aufzunehmen.
Weitere Geständnisse
Zum Prozessauftakt räumte der 37-Jährige am Mittwoch zudem ein, wie angeklagt 47 gelöschte Dateien mit kinderpornografischem Inhalt auf seinem Computer gehabt zu haben. Auch gestand er, eine 15-Jährige mit mehr als 400 E-Mails, Briefen und Telefonanrufen überhäuft und damit gestalkt zu haben.
Hmm, war da nicht was?
14.04.2010 | 22.30 Uhr | Hurgel
Von wegen Todesstrafe für Kinderschänder? Stehen diese Spacken von der NPD nicht ständig mit solchen Schildern im Weg herum? Da kann der "Herr" ja…
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