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NPD-Politiker

Missbrauch eines Kindes gestanden

Von Benjamin Jeschor, 31.01.10, 15:37h, aktualisiert 15.04.10, 08:18h

Der 37 Jahre alte Dominique O. aus Siegburg muss sich vor Gericht verantworten. Der ehemalige Kommunalpolitiker - der für die NPD und das "Bündnis für Deutschland" aktiv war - räumte ein, dass er sich an einem Kind vergangen hat.

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Mit diesem Wahlplakat trat Dominique O. zur Wahl an. BILD: HK
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Mit diesem Wahlplakat trat Dominique O. zur Wahl an. BILD: HK
Siegburg / Bonn - Seit Mittwoch muss sich der 37 Jahre alte Dominique O. aus Siegburg wieder einmal vor Gericht verantworten. Am ersten Prozesstag vor dem Landgericht räumte der ehemalige Kommunalpolitiker - der für die NPD und das „Bündnis für Deutschland“ aktiv war - ein, dass er sich zwischen 2001 und 2003 mehrfach an der anfangs vier Jahre alten Tochter seiner damaligen Lebensgefährtin vergangen hat. Die Staatsanwaltschaft wirft dem arbeitslosen O. vor, das Mädchen in sechs Fällen missbraucht zu haben. Zwar gestand der Beschuldigte die Übergriffe, behauptete jedoch im Gegensatz zur Anklage, dass es in keinem Fall zum Geschlechtsverkehr mit dem Kind gekommen sei.

Unerwartete Wende

Lange Zeit hatte es so ausgesehen, als ob die bereits seit Jahren im Raum stehenden Missbrauchsfälle nicht bewiesen werden könnten. Erstmals hatten die Ermittler Ende 2004 davon Kenntnis erhalten. Damals musste sich Dominique O. wegen Vergewaltigung vor dem Landgericht verantworten - er wurde aber Anfang 2005 freigesprochen, da bei der 20 Jahre alten Belastungszeugin eine Persönlichkeitsstörung festgestellt wurde. Die Kammer hatte daraufhin Zweifel an ihrer Glaubwürdigkeit. Da die 20-Jährige behauptet hatte, dass O. ihr von dem Missbrauch an dem Mädchen erzählt habe, wurde das Kind vernommen. Damals stritt das Kind die Übergriffe allerdings noch ab.

Zur Anklage kam es jetzt, da sich die heute Zwölfjährige doch noch den Ermittlungsbehörden anvertraute. Ihre Vernehmung bei der Polizei wurde am Mittwoch unter Ausschluss der Öffentlichkeit im Verhandlungssaal auf einer Videoleinwand vorgespielt. Das Opfer muss nun nicht mehr persönlich im Zeugenstand erscheinen. Die 31 Jahre alte Mutter des missbrauchten Kindes berichtete vor Gericht, dass sie nichts von den Übergriffen mitbekommen habe. Ihr sei zwar aufgefallen, dass sich ihre Tochter „sehr verändert“ habe. Das Mädchen habe jedoch nicht mit über die Vorfälle gesprochen. Hingegen habe O. ihr Ende 2003 „gebeichtet“, dass er das Kind „angefasst“ habe.

Details will die Mutter aber erst im vergangenen Jahr erfahren haben. Seit Januar dieses Jahres sitzt der Angeklagte wegen Verdunkelungs- und Wiederholungsgefahr in Untersuchungshaft. Nach dem Erhalt der Anklageschrift soll er versucht haben, wieder Kontakt zu der Zwölfjährigen aufzunehmen.

Weitere Geständnisse

Zum Prozessauftakt räumte der 37-Jährige am Mittwoch zudem ein, wie angeklagt 47 gelöschte Dateien mit kinderpornografischem Inhalt auf seinem Computer gehabt zu haben. Auch gestand er, eine 15-Jährige mit mehr als 400 E-Mails, Briefen und Telefonanrufen überhäuft und damit gestalkt zu haben.



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