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Englischkenntnisse

Können Sie es besser als Oettinger?

Von Alice Ahlers, 02.02.10, 12:01h

Der künftige EU-Kommissar Günther Oettinger hat sich mit einer bei Youtube eingestellten Rede zum Gespött im Internet gemacht. Aber könnten Sie es besser? ksta.de zeigt, wie Sie Ihr Englisch verbessern.

Günther Oettinger
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Günther Oettinger hat sich durch seine Englisch-Kenntnisse blamiert. (Bild: dpa)
Günther Oettinger
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Günther Oettinger hat sich durch seine Englisch-Kenntnisse blamiert. (Bild: dpa)
Günther Oettinger liest seine englische Rede vom Papier ab, blickt kaum hoch, nuschelt, verhaspelt sich, hat so einen starken schwäbischen Akzent, dass man ihn kaum versteht. Obendrein benutzt er noch Ausdrücke, die es im Englischen gar nicht gibt. „We are all sitting in one boat“. Hä?

Über die schlechten Englischkenntnisse des designierten deutschen EU-Kommissar Günther Oettinger lacht derzeit die ganze Internetgemeinde. Auf YouTube wurde das Video schon etwa eine Million Mal angeklickt. „Oettinger Talking English - Worse than Westerwave“, heißt es.

Oettinger talking English?

Doch mal Hand aufs Herz: Könnten Sie es besser? Eine Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2007 ergab zumindest: Nur jeder Fünfte Deutsche hält die eigenen Englischkenntnisse für gut oder sehr gut. Und was ist mit dem Rest? Für den gibt es Hoffnung. Um das eigene Englisch aufzupolieren, gibt es nämlich so viele Methoden wie noch nie:

Lernsoftware

Man sitzt alleine vor dem PC, keiner hört zu, wenn man Fehler macht, man braucht keine Angst haben sich zu blamieren. Vielleicht ein erster Schritt für den Wiedereinstieg, denn außerdem ist man zeitlich unabhängig, kann seine Lerneinheiten legen wie man will. Anderseits geht das nur mit viel Disziplin und Motivation, denn es gibt ja auch niemanden, der einen ermahnt, wenn man mal eine Woche faul war. Die Kommunikation mit anderen fehlt, die Spracheingabefunktionen, die viele Programme haben, ersetzten nicht das spontane, zwischenmenschliche Gespräch.

Die Stiftung Warentest hat im Jahr 2007 14 Englischlernprogramme getestet. Mit drei von ihnen kann man demnach besonders gut lernen: Testsieger waren die Lernsoftware „Tell me more“ von Auralog, „Der große Auf baukurs“ von Ernst Klett Pons und „Interaktive Sprachreise“ von „digital publishing“. „Gute Software gibt es ab 40 Euro“, so die Stiftung Warentest. Im Test waren Angebote zwischen 19 und 199 Euro.

Der Sprachkurs

Beim Unterricht in der Gruppe lernt man in Interaktion und kann sich gegenseitig motivieren. Hier wird in der Regel alles trainiert: Lesen und Verstehen, Grammatik, Wortschatz, Schreiben und freies Sprechen. Ideal sind bis zu fünf Personen in einem Kurs. Nachteil: Man hört auch die vielen Fehler, die die anderen machen. Informieren sie sich vor der Buchung eines Kurses über Inhalte, Ziele, Lehrmethoden, Dauer, Ort, Teilnehmerzahl und Kosten. Optimal ist eine persönliche Beratung und eine kostenlose Probestunde vor der Buchung. Fragen Sie nach den Qualifikationen der Lehrer. Ein guter Anbieter macht einen Einstufungstest. Kurse bei der Volkshochschule sind günstiger als bei privaten Anbietern.

Der Privatlehrer

Ein freundlicher Aushang im Supermarkt: Muttersprachler gibt Englischunterricht. Beim Einzelunterricht liegt die Konzentration des Lehrers ausschließlich bei Ihnen. Nicht selten ist er deshalb entsprechend teuer. Ein guter Lehrer nimmt die Angst vor Fehlern und lässt diese auch beim Sprechen zu. Er sollte nicht jedes Wort korrigieren. Wiederholte Fehler berichtigt er am Ende von Wortbeiträgen. Wer ständig unterbrochen wird, kommt nicht ins freie Reden. Wer auch grammatische Strukturen erklärt haben möchte, sollte sicher gehen und nach der didaktische Ausbildung des Privatlehrers fragen.

Die Sprachreise

Veranstalter von Sprachreisen nach England, USA, Kanada oder Malta kombinieren meist einen täglichen Sprachkurs mit der Unterbringung in einer Gastfamilie vor Ort, denn im Land lässt sich eine Sprache immernoch am besten lernen. Aber oft ist es so, dass die Teilnehmer des Kurses hauptsächlich aus Deutschen bestehen, man freundet sich an und zack: Schon spricht man in den Pausen und in der Freizeit nur noch Deutsch. Zudem sind Gastfamilien oft vielmehr an den Einkünften aus der Vermietung ihrer Zimmer interessiert, als an den Sprachschülern persönlich.

Trotzdem kann eine Sprachreise gelingen, wenn man beim Frühstück mit der Gastfamilie in der Fremdsprache darüber diskutiert, was in der Zeitung steht und dabei Alltagsfloskeln lernt. Für Erwachsene lohnt es sich, eher kleinere, individuellere Sprachschulen außerhalb der Hauptsaison zu wählen, jenseits des großen Rummels, wo vor allem Jugendliche ihre Ferien verbringen. „Sprachreisen sind am sinnvollsten, wenn man auf einem mittleren Sprachniveau ist“, sagt Claudia Riemer, Sprachlernforscherin an der Universität Bielefeld. Sprachreisen sind aber vor allem förderlich für die Motivation. Gute Erfahrungen im Ausland spornen dazu an, zu Hause weiterzumachen. Sprachreisen in EU-Länder können außerdem steuerlich abgesetzt werden, wenn man die Sprache für den Beruf lernt.

Im Internet gibt es auch unseriöse Angebote. Ein Hinweis darauf, sind zum Beispiel fehlende Allgemeine Geschäftsbedingungen (AGB). Wer sicher gehen will, kann bei einem Anbieter des Fachverbandes Deutscher Sprachreise-Veranstalter ( www.fdsv.de ) buchen. Die Mitglieder unterziehen sich regelmäßig freiwilligen Qualitätskontrollen. Viele Informationen rund um die Sprachreise bietet die Internetseite der Aktion Bildungsinformation ( www.abi-ev.de ).

Chatten, mailen, skypen

Im Internet findet der gute alte Konversationskurs in neuer Form statt. In Sprachaustauschbörsen kann mit einem Klick einen englischsprachigen Lernpartner finden und mit ihm über kostenlose Internet-Telefonie (zum Beispiel Skype), Chat oder E-Mail kommunizieren. Sehr gut ist zum Beispiel das EU-geförderte Tandem-Netzwerk der Ruhr-Uni-Bochum ( www.slf.ruhr-uni-bochum.de ) Hier füllt man zunächst ein Formular aus, das nach den speziellen Wünschen des Lerners fragt. Danach wird ein passender Sprachpartner kostenlos vermittelt. Diese Art zu lernen, sollte man locker nehmen und als Ergänzung zu anderen Lernformen betrachten. Die Kunst dabei ist nämlich, die Gespräche mit den Internetfreunden so zu steuern, dass für beide Partner ein Lernerfolg eintritt. Gar nicht so einfach, aber lustig.

Weitere Plattformen:

 www.mylanguageexchange.com

 www.eslbase.com/language-exchange

Podcasts

Podcasts sind so etwas wie kleine als Radio oder Fernsehsendungen, die man sich auf den jeweiligen Internetseiten entweder direkt anhören oder runterladen kann, sie können aber auch abonniert werden. Sie sind auf dem Computer oder MP3 Player abspielbar. Ein entsprechendes Programm (z.B. iTunes) prüft dann stets, ob neue Beiträge verfügbar sind und lädt sie runter.

 www.spotlight-online.de/audio/ podcast

 www.betteratenglish.com

 www.eslpod.com



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