Von Norbert Ramme, 01.02.10, 14:41h
Die ersten, die den Fußball - der wurde unter fairen Bedingungen in Kenia angefertigt - in die Hand nehmen durften, waren Christoph Bex und José Londji (30), Organisator und sportlicher Leiter von „Köln kickt“, sowie Julia Mileweski (16), eine Hobby-Kickerin aus Porz. Der aus dem Kongo stammende Londij galt als Riesentalent, zählte zum Profikader des 1. FC Köln und spielte in der kongolesischen Nationalmannschaft. Eine Verletzung beim Afrika-Cup im Jahr 2000 beendete seine Träume.
Für die Schülerin Julia wird wohl im Sommer ein Traum wahr: Sie wurde ausgewählt, mit sieben anderen Jugendlichen aus dem gesamten Bundesgebiet nach Südafrika zu fliegen, um als deutsche Delegation am Festival „Football for Hope“ teilzunehmen, das während der Finalwoche der WM geplant ist. Dieses Festival wird die besten praktischen Projekte weltweit im Schnittbereich von Fußball und Sozialarbeit zusammenbringen und in unterschiedlichen Darstellungsformen der Öffentlichkeit präsentieren. „Darauf freue ich mich total“, erzählt die talentierte Straßenfußballerin Julia. „Vielleicht melde ich mich doch bald in einem Fußballklub an. Bisher habe ich es nur bis in einen Tanzverein geschafft.“ Nach den Sommerferien startete sie als erste Auszubildende bei „Köln kickt“ - als Sport- und Fitness-Kauffrau.
Vielleicht trifft sie in Südafrika ja auch wieder auf den Ball, den sie jetzt in Kalk signiert hat. Aris: „Ich will auf dem Fußball mehr als 100 000 Unterschriften sammeln.“ Da der Ball immer wieder auch bei einem Spiel eingesetzt wird - so auch beim Endspiel in der Abenteuerhalle - verwischen die alten Schriftzüge, die neu überschrieben werden können. Die in England gestartete, knapp 15 000 Kilometer lange Reise des Balles führt von Deutschland aus weiter über die Schweiz und Italien, dann über Frankreich, Spanien, Marokko, Senegal, Mali, Ghana, Togo, Nigeria, Kamerun, Kenia, Tansania, Botswana und Swaziland, um pünktlich zum Eröffnungsspiel in Johannesburg zu enden. Das aufwändige Projekt wird zwar von einigen Sponsoren unterstützt, aber das Geld reicht, so Aris, wahrscheinlich nicht aus. „Wenn ich ankomme, habe ich sicher viele Schulden. Aber das ist mir egal.“
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