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Stadtentwicklung

„Dramatische Wohnungslage“

Von Kirsten Boldt, 01.02.10, 20:14h

In Köln gibt es zu wenig Wohnungen: Die Nachfrage nach preiswerten Mietobjekten übersteigt bei weitem das Angebot. Sozialdezernentin Marlis Bredehorst bezeichnete die Lage als „dramatisch“ - OB Jürgen Roters sucht nun nach Hilfe in der Region.

Mietwohnung
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In Köln ist der Mietraum knapp. (Bild: ks)
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In Köln ist der Mietraum knapp. (Bild: ks)
Köln - Die Stadt benötigt dringend preiswerte Mietwohnungen. Als „dramatisch“ bezeichnet Sozialdezernentin Marlis Bredehorst die gegenwärtige Wohnungslage. Eine Dramatik, die jedoch Politikern und Verwaltung in ihrer Entwicklung seit Jahrzehnten bekannt ist. Betrug der Anteil geförderter Mietwohnungen 1990 noch 22,2 Prozent am Gesamtwohnungsbestand, so machte er Ende 2008 nur noch 8,4 Prozent aus. Mit der Verabschiedung des Wohnungsgesamtplanes vor zehn Jahren sollten jedes Jahr 1000 neue, öffentlich geförderte Mietwohnungen in Köln entstehen. Faktisch wurden durchschnittlich pro Jahr 683 fertiggestellt, 2008 waren es nur 365, im Jahr davor sogar nur 297.

Der Bedarf ist jedoch hoch. Nach einer Umfrage des Amts für Stadtentwicklung im Jahre 2004 hatten schon damals 42 Prozent aller Kölner Haushalte Anspruch auf einen Wohnberechtigungsschein. Nach Ansicht von Bredehorst dürfte dieser Anteil inzwischen 50 Prozent erreicht haben, denn: „Landesweit liegt er inzwischen über 50 Prozent.“

Die Nachfrage nach preiswerten Wohnungen wird weiter steigen. Als Gründe nennt Bredehorst zum einen Veränderungen bei den Einkommen der Mieter, zum anderen das Auslaufen der Mietpreis- und Belegungsbindungen in großem Umfang. Zudem hat die Stadt mit 11,2 Prozent einen hohen Anteil an Hartz-IV-Bedarfsgemeinschaften.

Erklärtes Mindestziel

Mit jährlich 1000 neuen Wohnungen kann die Fehlentwicklung nicht gestoppt werden, auch wenn das weiterhin erklärtes Mindestziel der Stadt ist. Deshalb sucht Oberbürgermeister Jürgen Roters Unterstützung in der Region. „Der Bau geförderten Wohnraums ist interkommunale Aufgabe geworden“, sagt Roters. „Wir müssen in Abstimmung mit den Umlandgemeinden zu Lösungen kommen.“ Ohne ausreichende Bundes- und Landesmittel wird ohnehin kein Bauanstieg zu erreichen sein. 2009 konnte das Land 22 Kölner Wohnungen nicht mehr fördern - der Landestopf war zum ersten Mal seit zehn Jahren leer.

Was das benötigte Bauland angeht, sieht sich die Stadtverwaltung vor der Aufgabe, neben der Unterstützung der Wohngenossenschaften auch Privatbesitzern verstärkt die Errichtung sozialem Wohnungsbaus schmackhaft zu machen, weil städtische Grundstücke nicht reichen. Die Investition lohne sich langfristig, wirbt Bredehorst: „Sozialwohnungen unterscheiden sich qualitativ nicht mehr von normalen Mietwohnungen.“ Investoren sollen sich ihre Mieter selber aussuchen dürfen, bevorzugt werden Investoren aus der Region. Auch Finanzierungen mit einem Zinssatz in Höhe von 0,5 Prozent sollen Anreiz geben. Über das Handlungskonzept entscheidet am Dienstag der Stadtrat.



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