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Spielwarenmesse

Bobby Car auf der Überholspur

Von Thomas Magenheim, 02.02.10, 21:08h, aktualisiert 04.02.10, 08:49h

In Nürnberg beginnt die weltgrößte Spielwarenmesse. Die Branche setzt auf Baby-Produkte und Spielzeug für draußen und ist im Aufwind. Denn pro Kind wird immer mehr Geld für Spielwaren ausgegeben.

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Simba-Chef Sieber (M.) und zwei Vorstände zeigen neue Bobby-Cars. (Bild: dpa)
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Simba-Chef Sieber (M.) und zwei Vorstände zeigen neue Bobby-Cars. (Bild: dpa)
NÜRNBERG - Ausgerechnet die Kleinsten sollen der Spielwarenbranche in Deutschland anhaltenden Erfolg bescheren. „Da ist noch viel Luft nach oben“, sagt Eurotoys-Konsumforscher Werner Lenzner mit Blick auf Baby-Spielzeug. Das steht genau aus diesem Grund erstmals mit einer eigenen Halle bei der Nürnberger Spielwarenmesse im Fokus der weltgrößten Branchenschau, die am Mittwoch startet. Während ein deutsches Kleinkind unter drei Jahren jährlich Spielzeug für 156 Euro bekommt, ist es in Großbritannien mit 291 Euro fast das Doppelte, hat Eurotoys ermittelt.

Handel und Hersteller müssen die hier zu Lande brach liegenden Chancen besser nutzen, findet auch der Saarbrücker Uni-Professor Joachim Zentes, der soeben eine Studie zum Babyspielzeugmarkt erstellt hat. Demnach ist das Segment nicht nur im Export wegen des globalen Bevölkerungswachstums ein vielversprechender Treiber, sondern auch in Ländern mit rückläufiger oder wie in Deutschland stagnierender Geburtenrate. Garant dafür ist, dass pro Kind immer mehr Geld für Spielwaren ausgeben wird.

Preis nachrangig

Speziell bei Babyspielzeug rangiere zudem der Preis beim Kauf weit hinten. Gekauft werde hier primär nach den Kriterien Sicherheit und Qualität.

Wenn in Deutschland die Geburtenrate wie zuletzt bei etwa 674 000 Säuglingen pro Jahr stabil bleibt, werden Babys der Branche noch große Freude bereiten, schätzt auch Lenzner. Vor allem heimische Hersteller wie Haba könnten profitieren, weil ihre Produkte im Gegen satz zu denen von Konkurrenten aus Fernost bei Verbrauchern als besonders sicher und hochwertig gelten. Auch Marketingstrategen sind optimistisch, dass mit Babys noch mehr Geschäft zu machen ist. Mit Babys konzentriere sich die Branche auf eine echte Kernzielgruppe, die zudem von zahlungskräftigen Eltern oder Großeltern getragen wird, sagt ein Experte.

Die zuvor jahrelang unter Druck stehende Branche reitet derzeit auf einer Welle der Zuversicht. Denn im Krisenjahr 2009 sind in Deutschland die Umsätze mit klassischem Spielzeug um rund fünf Prozent auf 2,4 Milliarden Euro gestiegen und haben damit die kühnsten Erwartungen vor Weihnachten übertroffen. „Das ist der höchste Zuwachs seit wohl 20 Jahren und international Spitze“, bestätigt Lenzner. An Kindern werde eben auch in schlechten Zeiten nicht gespart. Viel mehr stellen Trendforscher einen Rückzug ins Private fest, der betroffenen Branchen bessere Geschäfte beschert. Um im Handel oder als Hersteller davon profitieren zu können, ist aber auch ein Riecher dafür nötig, was die meist minderjährige Kundenschaft will.

Rund 70 000 Neuheiten bietet die Messe in Nürnberg jedes Jahr zur Auswahl neben etwa einer Million weiterer Produkte. So zeigt etwa Simba Dickie aus Fürth in diesem Jahr den Klassiker „Bobby Car“ nun in der Motorrad-Variante und als Porsche. Neuheiten bringen mehr als die Hälfte des Umsatzes, sagen Händler wie der Chef des Einkaufsverbands Idee und Spiel, Otto Umbach. Er setzt 2010 vor allem auf Spielzeug für draußen. Andere Experten sehen das ähnlich. Trampolins, Skateboards, Tretroller oder Wurfspiele muss man im Sortiment haben, sagen sie und könnten am Ende - wie so manches Jahr - dann doch von einem schwer vorhersehbaren Trend überrascht werden.



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