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Protest

Bangen um die Arbeitsplätze

Von Norbert Ramme, 03.02.10, 17:13h

Gewerkschaft und Arbeitnehmer haben mit einer Kundgebung gegen die Überplanung des Industriegeländes an der Dillenburger Straße protestiert. Noch vor einigen Monaten hatten die dort beschäftigten Mitarbeiter um ihre Stellen gezittert.

Humboldt-Wedag
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Die Humboldt-Wedag-Arbeitsplätze in den Hallen an der Dillenburger Straße wurden von "Cologne Engineering" übernommen. (Bild: Ramme)
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Die Humboldt-Wedag-Arbeitsplätze in den Hallen an der Dillenburger Straße wurden von "Cologne Engineering" übernommen. (Bild: Ramme)
Kalk - „Jeder Industriearbeitsplatz, der einmal gestrichen wurde, ist für immer weg“, sagt Paul Paternoga, Betriebsratsvorsitzender der Humboldt-Wedag AG. Bei einer Demonstration auf der Kalker Hauptstraße und einer Kundgebung vor dem Kalker Rathaus forderten Gewerkschafter und Arbeitnehmer die Bezirksvertreter auf, sich auf politischer Ebenen ihrer Interessen anzunehmen. Anlass für den Protest waren Gedankenspiele von Stadtentwicklungs-Dezernent Bernd Streitberger, den langjährigen Industriestandort an der Dillenburger Straße mit Wohnungen aufzuwerten. Sie brachten den Betriebsrat der Humboldt-Wedag AG laut Paternoga „zunächst auf die Palme und dann auch auf die Straße“.

Noch vor einigen Monaten hatten die dort beschäftigten Mitarbeiter um ihre Stellen gezittert. Nachdem schon im Juli 2007 bereits 200 Arbeitsplätze im Dienstleistungssektor der Humboldt-Wedag AG nach Holweide verlegt worden waren, standen im vergangen Sommer die verbliebenen Jobs in Kalk auf der Kippe - bis ein ursprünglich aus Indien stammendes Unternehmen einsprang und die Firma übernahm. Unter dem neuen Firmennamen „MBE Cologne Engineering“ bietet die Belegschaft ihren Kunden weiterhin ihr seit Jahren bewährtes Produkt- und Dienstleistungsangebot im Bereich Maschinen und Anlagenbau. „So konnten die Arbeitsplätze in Kalk erhalten bleiben“, sagte Paternoga, der übergangsweise auch den Betriebsrat des neuen Unternehmen leitet. „Da ist es völlig unverständlich, dass von der Kölner Verwaltung unser Produktionsstandort überplant wird.“

In der Antwort auf eine Anfrage der Grünen hatte Streitberger spekuliert, dass bei Veränderungen „Planungsspielräume für eine Aufwertung dieses zentralen Teilraumes“ entstehen könnten, die bislang „mit Rücksicht auf die Industrie noch nicht darzustellen waren“. Wohnraum, Grünflächen und Arbeitsplätze - so soll nach den Ansichten Streitbergers das künftige Bild zwischen Kantstraße, Neuerburgstraße, Dillenburger Straße sowie Wiersbergstraße und Christian-Sünner-Straße aussehen. Für Industriebetriebe bleibt da nicht mehr viel Platz.

Außer den ehemaligen KHD-Hallen liegen in dem Bereich unter anderem die Abenteuerhalle Kalk sowie das Areal des früheren, vor rund 30 Jahren geschlossen katholischen Krankenhauses. Streitberger: „Aufgrund der insgesamt gegeben Mindernutzung und einigen nicht verwertbaren Aufbauten sind hier rund 8,5 Hektar neu zu ordnen.“ Das wissen auch die Kommunalpolitiker. „Natürlich ist es notwendig, die weitere Entwicklung im Bereich Kalk Süd planungsrechtlich zu regeln“, sagt Oliver Krems, der Vorsitzende der SPD-Fraktion, in der Kalker Bezirksvertretung. „Anderenfalls droht dort Wildwuchs, der auch zu Konflikten mit den Gewerbenutzungen führen kann.“ Allerdings wollen die Sozialdemokraten „alles tun, die bestehenden Industriearbeitsplätze zu erhalten und - wenn möglich - auch auszubauen.“ Bezirksbürgermeister Thiele: „Die Industrie gehört zum Stadtteil Kalk und zu den umliegenden Veedeln.“



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